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01.05.2007

Tsotsi

Die Macht der Unschuld

Sein Name bedeutet „Gangster“, und das ist er auch. Schlägernd, raubend und mordend zieht Tsotsi mit seiner Bande durch die Straßen von Johannesburg, immer auf der Suche nach Geld und Dingen, sie sich zu Geld machen lassen.

Als er eines Abends ein Auto stehlen will, stellt sich ihm die Besitzerin in den Weg - er schießt sie achtlos nieder und rast davon. Doch ein plötzliches Wimmern aus dem hinteren Teil des Wagens lässt ihn vor Schreck fast von der Straße abkommen: In einem Kindersitz liegt ein hilfloses Baby. Ratlos und in Panik steckt Tsotsi den Säugling in einen Papiersack und nimmt ihn mit in seine Welt…

Tsotsi, der Gangster, lässt keine Gefühle zu. Seine Persönlichkeit, seine Erinnerungen und Träume sind fest verschlossen hinter einer dicken Mauer von Kälte und Brutalität, die er niemanden durchdringen lässt. Es ist die Hilflosigkeit und Unschuld eines Kindes, die langsam, aber sicher diese Erstarrung löst und Tsotsi mit Gefühlen und Regungen konfrontiert, mit denen er zunächst gar nicht umgehen kann. In seiner Welt, in der Liebe ein Fremdwort, Gewissen eine Illusion ist und wo Weichheit als Schwäche gilt, muss er durch ein Kind den Wert dieser Dinge neu schätzen lernen.

TSOTSI erzählt eine Geschichte einer inneren Verwandlung. Es sind nicht die große Umkehr, nicht ein spektakuläres Happy End, die den Film zu einem der besten des Jahres machen (Auslands-Oscar). Es sind die Veränderung in Tsotsis Gesicht, die plötzliche Wärme in seinen Augen - und die Hoffnung, die bleibt.

Magdalena Trauttmansdorff

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