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Wie weit würdest du gehen, um einen Traum zu verwirklichen?
Hinter den Kulissen der Modewelt werden in diesem Film Fragen gestellt, über die es sich lohnt, sich ein bisschen Gedanken zu machen. Der Film wird erzählt von Andy (Anne Hathaway), einer frischen Uni-Absolventin: Ihr großer Traum ist es, Journalistin zu werden. In der Hoffnung, eine gute Arbeit in einer angesehenen Zeitschrift zu bekommen, bewirbt sie sich bei einem großen New Yorker Verlag. Aber nur die Stelle als Assistentin der Chefin von Runway, „dem wichtigsten Modemagazin der Welt“ ist gerade offen. Alle sagen, dieser Job kann ihr alle Türen zu vielen anderen Publikationen öffnen.
So entschließt sich Andy, die ursprünglich kein Interesse an Mode hat, diese Arbeit für ein Jahr auszuhalten, um dann einen Job als echte Journalistin zu bekommen. Nach ein paar lustigen Katastrophen zeigt sich schon, dass diese Arbeit nicht gerade mit Journalismus zu tun hat und dass ihre Chefin Miranda Priestly so etwas wie der Prada-bekleidete Teufel höchstpersönlich ist. Andy muss alles mit Lichtgeschwindigkeit erledigen, sogar Sachen, die eigentlich menschlich unmöglich sind (z. B. das Manuskript des nächsten Harry Potters in einem Tag bekommen!).
Wie weit soll man sich selbst aufgeben?
Von Anfang an ist klar, dass Andy diese Arbeit nur deswegen annimmt, weil sie glaubt, der Job wird ihr die Tür zu ihrem Traumberuf öffnen. Sie fühlt sich oft nicht wohl darin, aber von allen Seiten wird ihr versprochen: Nur ein Jahr als Mirandas Assistentin ist der erste Schritt zum Erfolg als Journalistin. Aber stimmt es wirklich? Kann ich das werden, wovon ich träume, wenn ich dafür Schritte tue, die in sich meinem Traum nicht entsprechen oder ihm sogar widersprechen?
Das, was im Film für einen Job gilt, können wir uns auch in Bezug auf andere Sachen fragen: einen gewissen Bekanntenkreis, dem wir angehören, oder einfach unsere alltägliche Handlungen. Wir können uns fragen, was passiert, wenn wir etwas nicht als in sich richtig oder wertvoll, sondern nur als Mittel zum Zweck sehen. Heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Da werden schnell viele Sachen einem großen Ziel unterordnet. Im Fall von Andy ist es die Zeit für ihren Freund und ihre Freunde, die Pläne mit ihrer Familie, die Zeit für sich selbst. Dadurch, dass sie nur auf ihren Traum schaut, hält sie auch vieles aus und schafft es am Ende, sogar ihre extrem anspruchsvolle Chefin mit Kompetenz zu überraschen. Nur ihre Freunde und ihr Freund erkennen sie nicht mehr wieder. Wo bleibt die alte Andy, die nur an Journalismus und nicht an Kleidung interessiert war?
Erfolg und Geld sind stets verlockend
Andererseits öffnet sich für Andy eine neue Welt von eleganten, erfolgreichen Menschen, die auf ein anderes Niveau schweben, als sie es sich vorgestellt hatte. Darunter auch der bekannte, gut aussehende Schriftsteller (Simon Baker), der ihr helfen will, ihre journalistische Träume zu verwirklichen. Ist es nicht einfach Zeit, die alten Freundeskreise und Beziehungen hinter sich zu lassen, und dieser neuen, erwachsenen Welt anzugehören? Dazu muss man Entscheidungen treffen, die nicht leicht sind. Aber, meint ihr älteren Kollege und Ratgeber Nigel (Stanley Tucci), so ist es eben, wenn man im Beruf erfolgreich ist. Man müsse einfach alles geben, um dorthin zu gelangen, wohin man will. Aber kann sich Andy selbst noch erkennen? Wer ist sie jetzt überhaupt geworden? Tatsächlich wird sie eine schwierige Entscheidung treffen müssen, um weiterzukommen.
Schwierigkeiten können eine Schule sein
Am Anfang kann Andy nur darüber lachen, wie ernst ihre Kollegen Mode nehmen. Mit der Hilfe von Nigel beginnt sie das Geschäft und die harte Arbeit zu bewundern, die sich hinter eine Modereportage verbirgt. Ihre Arbeit so gut wie möglich machen zu wollen, hat natürlich auch eine positive Seite. Andy fängt an, ihren Job mit anderen Augen zu sehen, bis es ihr wirklich Spaß macht, bei einer Modezeitschrift zu arbeiten und mit den Herausforderungen der Chefin zurechtzukommen. Man kann schon sagen, dass Andy im Film durch ihren anspruchsvollen Job erwachsener und stärker wird. Obwohl es nicht zu ihr passt, entscheidet sie sich, diese Arbeit so gut wie möglich zu machen. Daraus lernt sie viel und wird verändert. Aber ist sie wirklich ihrem Traum näher gekommen?
Was ist die richtige Entscheidung?
Im Film stellt Meryl Streep die Figur der Miranda Priestly gleichzeitig teuflisch sowie verletzlich, mächtig aber einsam dar. Es stellt sich die Frage, ob sie nur gefürchtet und gehasst wird, weil für sie nichts anderes zählt als Erfolg. Auf jeden Fall ist sie jemand, die alles dem Erfolg geopfert hat. Lohnt sich so eine Investition? Wo liegt hier die Grenze? Wie können wir unterscheiden, ob ein Job oder eine gewisse Umgebung einfach nur schwierig ist, vielleicht eine Herausforderung, oder ob es uns wirklich nicht mehr gut tut, dort zu sein?
In der Tat ist das eine sehr schwierige Frage. Andy wird in dieser Situation geraten, dran zu bleiben. Ihr Kollege Nigel meint nur: „Wenn dein Privatleben kaputt geht, dann ist es Zeit für eine Beförderung!“ Es mag ironisch klingen, aber von wie vielen Menschen wird es erwartet, dass sie ihrer Arbeit alles andere unterordnen, sei es Familie oder die eigenen Überzeugungen!
Gegen die eigene Überzeugung handeln
Das Problem bei Andy ist nämlich nicht nur die Zeit, die ihr abverlangt wird. Extreme Arbeitszeiten machen das private Leben sicher schwierig. Das entscheidende ist aber die Arbeitsethik, die Werte und Überzeugungen, nach denen man lebt. Bei ihrer Arbeit kommen Sachen vor, die Andy nicht ganz richtig findet. Und trotzdem wird ihr versichert, dass die Erwachsenenwelt eben so funktioniert, alle müssen sich so verhalten, um weiterzukommen. Und wenn es die einzig mögliche Wahl ist...?
Aber gibt es wirklich Momente, wo wir keine Wahl haben, als gegen unsere Überzeugung zu handeln? Ist es nicht eher so, dass wir manchmal den Preis dafür nicht bezahlen wollen, die Sachen so zu tun, wie wir es für richtig halten? Oder, wie Andy, dass wir zu fixiert auf gewisse Ziele schauen und irgendwann nicht mehr merken, dass die vermeintliche Schritte dorthin eigentlich ganz woanders hinführen?
Was ist mein Ziel im Leben?
Wie kann man also zwischen einer schwierigen Situation, die man aushalten soll, und dem Punkt, wo man einfach aussteigen muss, unterscheiden? Wir alle haben besondere und konkrete Ziele, die wir in unserem Leben erreichen wollen. Dabei hilft es, sich zu fragen, warum man etwas will. Zum Beispiel, Andy will Journalistin werden. Aber will sie Journalistin sein, weil sie reich und erfolgreich sein möchte, oder weil sie davon fasziniert ist, die Wahrheit aufzudecken und darüber zu berichten?
Mann kann sich also fragen, was hinter einem Wunsch steht. Was wird mich glücklich machen, wenn ich bekomme, was ich will? Ab dem Punkt, wo die Mittel dem eigentlichen Ziel (das, was uns daran glücklich machen wird) nicht mehr entsprechen, dann wissen wir, dass es nicht die richtige Mittel sind. Oft werden wir aus unseren Zielen lesen können, was für Menschen wir sein wollen. Denn geht es nicht letztlich darum, welche Art von Menschen wir durch unsere konkrete Entscheidungen werden? Und wenn mich etwas angeblich zu einem Ziel führt, aber ich dadurch zu einem schlechteren Mensch werden könnte... dann ist es klar, dass sich diese „Investition“ nicht lohnt. Oder?
Marcela Garcia
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