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01.05.2007

Apocalypto

Untergang einer Welt

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Wie ein Jaguar hetzt er durch den Dschungel. Aber er ist müde, verletzt, wird von Feinden verfolgt. Er hat nur ein Ziel: heim zu seiner schwangeren Frau und seinem kleinen Sohn, die er zurücklassen hatte müssen. Dabei klingen ihm immer wieder die Worte seines Vaters im Ohr: „Hab keine Angst! Hab keine Angst!“

Vor kurzem noch lebte der Indio Pranke des Jaguars in einer Dorfgemeinschaft im Wald und ging mit seinen Freunden jagen. Doch dann fielen wilde Krieger in das Dorf ein, brannten die Hütten nieder, mordeten, vergewaltigten und verschleppten schließlich ihn und viele andere in die Gefangenschaft. Immerhin gelang es Pranke des Jaguars vorher noch, seine Frau Sieben und sein Kind Laufende Schildkröte in einer Felsgrube zu verstecken. Doch jetzt muss er zurück zu seiner Familie, die Zeit ist knapp...

So beginnt „Apocalypto“, der neue Film von Mel Gibson („Braveheart“, „Die Passion Christi“), der im Dezember in den Kinos angelaufen ist.


Eine fremde Welt

Die Krieger bringen Pranke des Jaguars in eine völlig fremde Welt: Sie verlassen den Dschungel und landen in einer mächtigen Stadt, voll hoher Pyramiden und gewaltiger Gebäude, bewohnt von Leuten mit prunkvollen Gewändern, Frauen mit hohen Turmfrisuren und prächtigem Schmuck. Es ist eine Stadt jener mittelamerikanischen Zivilisation, die wir heute als die Kultur der Maya kennen.

Doch diese scheinbar so reiche und starke Welt ist voller Verzweiflung und innerer Leere. Die Felder sind verdorrt, die Menschen hungern. Die Wälder wurden für die riesigen Bauten der Stadt abgeholzt, die Bevölkerung der Umgebung versklavt. In dieser Situation tun die Stadtbewohner etwas Furchtbares: Sie bringen auf der Spitze ihrer Pyramiden Menschenopfer dar, um die Götter, die scheinbar wütend auf sie sind, zu besänftigen. Auch Pranke des Jaguars soll das Herz bei lebendigem Leib herausgeschnitten werden. Höchstens ein Wunder kann ihn noch retten...


Eine Zivilisation wie die unsere?

Am Anfang des Films erzählt ein alter Geschichtenerzähler die Sage vom Menschen, der von allen Tieren des Waldes deren wichtigste Eigenschaften haben wollte. Nur die weise Eule erkannte: „Es gibt ein Loch in der Seele des Menschen, das nichts ausfüllen kann... Deshalb wird er sich nehmen und nehmen, bis er alles genommen hat und die Welt zu ihm sagt: ‚Ich habe nichts mehr!’“

Dieses Bestreben, immer mehr und mehr nehmen zu wollen, alles für sich haben zu wollen, kennen wir seit der Erbsünde. Und genau dieser Egoismus ist es, weswegen die Selbstzerstörung beginnt.

Die Bauten, die Kleidung, die Gebräuche der Maya erscheinen uns heute vielleicht fremd. Doch ist diese Gesellschaft so anders als die unsere? Zerstören wir denn nicht auch die Natur und die Welt um uns herum für unsere eigenen Zwecke? Beuten wir denn nicht andere Menschen aus – nur um alles schnell und billig zu haben? Wollen wir nicht auch immer alles größer und eindrucksvoller machen?

Und wenn wir uns selbst anschauen: Muss für uns denn nicht alles noch schneller, noch neuer, noch cooler sein – ob Kleidung, Handys, Computerspiele, Elektronik oder Freunde? Wünschen wir uns denn nicht, dass alle ein bisschen auf uns neidisch sind: darauf, wie wir aussehen, was wir besitzen und wer unser Freund/unser Freundin ist?

Gut, das alles ist vielleicht ähnlich, aber mit Menschenopfern hat das echt nichts zu tun! Sind wir uns da sicher? Sagen wir es vielleicht mal brutal: Werden in unserer Gesellschaft nicht täglich Menschen bei Abtreibungen geopfert – aus Angst oder Bequemlichkeit? Tötet unsere Gesellschaft nicht menschliche Embryonen bei der embryonalen Stammzellenforschung – für irgendwelche unsicheren Erfolgsaussichten? Werden andererseits in einigen europäischen Ländern nicht schon Alte und Kranke durch Euthanasie getötet – wieder nur aus Bequemlichkeit? Die scheinbar so exotische Welt der Menschenopfer ist uns vielleicht näher, als wir es wahrhaben wollen...


Furioser Actionfilm

„Apocalypto“ stellt all diese Fragen – ist aber zugleich vor allem ein furioser Actionfilm, der kaum eine ruhige Minute zulässt. In atemberaubenden Aufnahmen zeigt Mel Gibson die Dichte des Dschungels, riesige Wasserfälle oder die mächtigen Bauten der Maya, die originalgetreu in Mexiko nachgebaut worden sind.

Hauptdarsteller Rudy Youngblood stammt von den Indianer-Völkern der Komantschen und der Yaqui ab und ist ein richtiges Multitalent: Tänzer, Schauspieler, Sänger, Maler, Sportler... Seine Fitness und sein athletisches Können machten es ihm möglich, die meisten der spektakulären Stunts des Films selbst auszuführen.

Um die Welt der Maya besonders „echt“ wirken zu lassen, verwendet Regiemeister Gibson wieder einmal die Originalsprache, die Maya-Sprache Yucatec, die auch heute noch von vielen Leuten auf der Yucatán-Halbinsel im Süden Mexikos gesprochen wird. Die Darsteller sind allesamt amerikanische Ureinwohner, viele von ihnen selbst Nachkommen der Maya. Manche von ihnen hatten vor ihrem Auftritt in dem Film noch nie ein Hotelzimmer oder ein Flugzeug gesehen.


„Habt keine Angst!“

Gibson stellt ein Zitat des Historikers Will Durant an den Anfang des Films: „Eine große Zivilisation lässt sich nur von außen erobern, wenn sie sich von innen schon selbst zerstört hat.“ Der Titel „Apocalypto“ spielt bewusst auf das letzte Buch der Bibel, die Apokalypse, an, in dem es um das Ende der Welt geht. Das Wort selbst bedeutet auf Griechisch: „Ich offenbare“. Gibson will uns mit dem Film also vor allem warnen: Die Gesellschaft der Maya ist untergegangen – passt auf, dass das nicht auch mit der unseren passiert! Er spricht aber auch über Hoffnung und sagt: Solange es Liebe und Mut gibt, hat das Böse keine Chance. Im Zentrum steht dabei die Liebe zur Familie. Pranke des Jaguars liebt seine Frau und sein Kind sehr und freut sich auf das zweite gemeinsame Baby. Ihn selbst verbindet Vertrauen mit seinem eigenen Vater, der ihm weise Ratschläge gibt.

Und wieder führt uns der Film zu einer Parallele in unserer Gesellschaft. Kann eine Gesellschaft in Zukunft funktionieren, in der die ursprüngliche Liebe in der Familie so oft fehlt? Werden nicht Beziehungen, so auch das Familienleben einer egoistischen Selbstverwirklichung und einer Karriere geopfert, bis eben dorthin, dass ein Kind nur als Störfaktor gesehen wird?


Echte Männer

Selbst bei den wilden Kriegern, die das Dorf verwüsten, findet man noch Familiensinn. Der Anführer Leitwolf ist zwar hart und manchmal auch brutal, aber gleichzeitig ein liebender Vater gegenüber seinem eigenen Sohn. Nur in der großen Stadt merkt man von dieser Liebe nichts: Auf den Gesichtern der Reichen sieht man nur Kälte und Langeweile, bei den Ärmeren Angst und Verzweiflung.

Wo sind heute die Männer, die um ihre Familie kämpfen? Pranke des Jaguars wollte sich mit seinem Schicksal nicht abfinden. Er hat gekämpft. Die Liebe zu seiner Familie bringt ihn dazu, alle Hindernisse zu überwinden. Er hat die Worte seines Vaters befolgt: „Hab keine Angst!“

Auch wir leben in einer „Kultur des Todes“, wie es Papst Johannes Paul II. immer gesagt hat. Gerade den Jugendlichen hat der Heilige Vater stets zugerufen: „Habt keine Angst! Habt keine Angst, euch gegen den Zeitgeist zu stellen und euch für die ‚Kultur des Lebens’ einzusetzen!“ Wer mit diesen Augen ins Kino geht, für den kann es sein, dass „Apocalypto“ tatsächlich eine höchst aktuelle Bedeutung bekommt...

Petra Mihaly

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muss ich nachholen
von: manu
07.05.2007
habs leider nicht geschafft es im kino an zu schauen, warte jetzt bis die DVD raus kommt. kann es kam erwarten!

 

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