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Musical-Star Vincent über Gott und seine neue Musical-Welt
von Michael Cech
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„Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich!“ Gemeint hat Vincent Bueno nach seinem fulminanten Sieg der ORF-Musical Show mit diesen seinen schon fast berühmt gewordenen Worten Gott. Aufgewachsen in einer katholischen Familie in der philippinischen Gemeinde in Wien hat er, wie er sagt, die Basis für seinen starken Glauben an Gott erhalten. Zu seinen besten Freunden zählt ein Priester. Trotzdem würden ihm in der Kirche oft die Begeisterung und das Feuer abgehen, was ihm in seinem persönlichen Glauben aber wichtig ist. Im exklusiven Interview mit YOU!Magazin sprach er offen über seinen Glauben und die Herausforderung seines schlagartig neuen Lebens. Ein junger Mann mit sehr viel Feuer, von dem sich ruhig jeder Christ ein Stück Begeisterung und Tatendrang abschneiden sollte...
YOU!: Du hast einen großen Sieg in der Tasche. Was war für dich das Stressigste in der Zeit danach? Vincent: Mein Handy ist seither voll auf Arbeit. Wenn ich es in der Früh einschalte, weiß ich schon, dass es jede Menge verpasste Anrufe gibt. Jetzt sind einfach sehr viele Leute interessiert, mit mir zu arbeiten. Das stresst dann schon sehr und ich muss auf einmal über ganz viele Dinge nachdenken, die gar nichts mehr mit meinem Talent zu tun haben. Die ganzen Gedanken über Promotion oder einen Plattenvertrag. Diese Dinge sind natürlich Teil des Erfolges und so schätze ich sie auch. Aber ich hätte nie gedacht, dass sich das so anfühlt. Und manchmal denke ich mir: Das ist doch nicht der Sinn der Sache. Es ist einfach eine große Umstellung für mich. Auf der anderen Seite möchte ich mich auch schon jetzt darauf einstellen, dass der Erfolg vielleicht einmal nicht mehr so groß ist. Ich mache mir jeden Tag bewusst, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Doch gerade dadurch versuche ich wiederum, den Stress auch zu genießen.
YOU!: Wie kommen deine Familie und Freunde da mit? Vincent: Meine Freundin unterstützt mich sehr und gibt mir auch sehr viel Kraft. Auch meine Familie. Obwohl es für sie etwas schwerer ist. Wir haben bei uns zuhause einen sehr festen Familiensinn. Und da ist oft eine Abnabelung nicht so leicht. In der Familie war ich immer so der Spaßvogel. Und sie haben schon auch ein bisschen Angst, ob ich mich sehr verändern werde.
YOU!: Wie geht es mit dir weiter? Vincent: Ich habe jetzt einen Plattenvertrag bekommen, ein Management und noch im Frühling erscheint meine erste Platte. Was darauf zu hören sein wird, bleibt eine Überraschung. Nur so viel: Es sind Eigenkompositionen genauso wie Musicalsongs, die extra geschrieben wurden. Für mich ist es noch immer ein Wahnsinn, was jetzt gerade in meinem Leben passiert. Anfang März wird es dann die „Best of Musical“ Tour geben, wo ich mit ein paar Liedern dabei sein werde, und voraussichtlich ab Sommer ein fixes Musical.
YOU!: Man konnte beobachten, dass du ein gläubiger Mensch bist. Welche Rolle spielt Gott in deinem Leben? Vincent: Glaube ist für mich etwas, was jeder für sich selbst finden muss. Viele sagen dazu Gott, viele Buddha, andere wieder sprechen vom Universum. Für mich ist es Gott. Und ich bin überzeugt, dass das Talent von ihm gegeben ist. Denn manches, was ich mache, ist für mich ganz leicht, was andere zum Beispiel mit wesentlich mehr Anstrengung erst erreichen. Und da frage ich mich schon, warum ich das kann. So bin ich einfach dankbar. Atheisten sind meiner Meinung nach da wirklich arm dran. Denn sie glauben nur an sich selbst und nur an dieses eine kurze Leben. Für mich ist dieses Leben eine Vorbereitung auf etwas ganz, ganz Größeres, was wir uns jetzt gar nicht vorstellen können. Wir sind nur Menschen. Und Gott ist der, der viel mehr weiß als wir. Wir müssen auch begreifen, dass unsere Intelligenz genauso auch von Gott gegeben ist. Was wir damit anfangen, liegt an uns. Ich will anderen zeigen, dass es jemanden gibt, der viel mächtiger ist als wir. Und dass seine Liebe und sein Friede in uns ist.
YOU!: Wie bist du zu deiner Überzeugung gekommen? Vincent: Meine Mutter und mein Vater sind katholisch und ich bin daher auch so aufgewachsen. Aber das echte Glück, das Gott geben möchte, kommt am Sonntag in der Kirche für mich viel zu wenig rüber. Alles ist immer nur leidend und schlecht. Man sollte viel mehr herausfinden, was Gott wirklich für uns will. Für mich ist wichtig, dass das Feuer nie erlischt, wenn es um Gott geht. Denn Jesus war, als er gelebt hatte, nie irgendwie schlaff oder so. Mir fehlt oft dieses Brennen, dieses Feuer. Auf der anderen Seite ist es „in“, dass man Gott verleugnet, vor allem im Showgeschäft. Und hier möchte ich zeigen, dass es Gott gibt. Ich sage immer, bevor ich auf die Bühne gehe: Lieber Gott, lass mich scheinen und lass mich durch das, was du mir gegeben hast, Leute berühren.
YOU!: Betest du sonst auch? Wie sehen die Gebete eines Musical-Stars aus? Vincent: Wenn ich bete, bete ich um innere Ruhe für mich selbst. Denn dann bin ich fähig, anderen zu helfen. Ich denke, dass es besser ist, für das eigene „Glück“ oder die eigene Zufriedenheit zu beten, damit ich das mit den anderen teilen kann.
YOU!: Was möchtest du als Mensch und als Musical-Sänger gerne den Menschen vermitteln? Vincent: Pure Liebe. Auf der Bühne zu sein, ist einfach nur pure Liebe, weil ich mit meinem Talent Menschen berühren darf. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Show gewinnen würde, einfach eben deshalb, weil ich anders ausschau. Dieser Sieg hat für mich so viel bewiesen, dass durch Gott alles Unmögliche möglich wird...
YOU!: Du hörst dich ja fast an wie ein Prediger... Vincent: Ja, viele sagen mir das. Sogar Priester und auch Bischöfe haben zu mir gesagt: Du wirst einmal Pfarrer (lacht). Ich hab mich da einfach gefreut, weil sie mir damit gesagt haben: Vicent, du bist ein guter Mensch. Mein bester Freund ist übrigens Priester. Ich hätte auch nichts dagegen, zu predigen... Aber mein Weg ist es, auf der Bühne zu zeigen, dass es Gott gibt und dass es ohne Gott eigentlich trauriger ist.
YOU!: Was ist für dich die größte Herausforderung in der Musicalbranche? Vincent: Ich selbst zu bleiben und nie abzuheben. Das ist schon sehr schwer. Ich bete jeden Tag, dass ich meine Wurzeln nicht vergesse. Und ich weiß, woher ich komme: Ich komme aus dem 10. Wiener Bezirk und hab eine ganz simple Vergangenheit. |
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