
Popculture
Musik
Mainstream Check
von Andreas Thonhauser
Jimmy Eat World sind wohl einer der größten Emo-Rockacts der Welt. Leider spielen sie eigentlich gar keinen Emo mehr. Dennoch, wer heutzutage gestreifte T-Shirts und karierte Sneakers trägt, kommt wohl oder übel um diese Band nicht herum. Und so übel ist das eigentlich gar nicht, denn Jimmy Eat World waren immer schon einen CD-Kauf wert. Bei „Chase the Light“ wird allerdings das Attribut „Emo“ endgültig gegen Pop ausgetauscht: hymnische Refrains, gezirkelte Chöre und eine Hochglanzproduktion lassen die Aufnahme ein wenig zu poliert klingen. Verzerrte E-Gitarrenriffs verschmelzen mit sanften Streichern, die Stimmen sind harmonisch rund, von kantig keine Spur. Natürlich fehlt dem Werk dadurch einiges an sonst gewohnter Spannung und Überraschung. Textlich gesehen, ist dafür das meiste beim Alten geblieben, das ja immerhin sehr gut war: Man singt poetisch von Liebe und Trennung, Weltschmerz und ewiger Liebe – ganz hat man das Emotionelle also doch nicht aufgegeben. Jenen, die Jimmy Eat World noch nicht in ihrer Plattensammlung haben, darf man dieses Werk ans Herz legen. Für den einen oder anderen ruhigen, verschneiten Winterabend genügt die Mischung aus Melancholie und verstecktem Pop-Punk jedenfalls alle Mal. |
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