
Popculture
Musik
Mainstream Check
von Andreas Thonhauser
Spätestens seit sein Lied „You´re Beautiful” – gerichtet an eine Unbekannte in der U-Bahn – über die Radiosender dieser Welt trällerte, wird James Blunt mit zuckersüßem Herz-Schmerz Pop verbunden. Das schmeichelt zwar den Ohren, kann aber auf längere Zeit gesehen, oder besser gesagt, gehört, durchaus nerven. Mit „All the Lost Souls“ nervt Blunt zwar noch nicht so richtig, sondern knüpft souverän an sein Erstlingswerk „Back to Bedlam“ an. Freilich, große Kreativitätsschübe darf man sich hier nun nicht erwarten, aber ein paar schöne Minuten mit einer leichtverträglichen Musik sind allemal drin. Textlich geht es dafür schon etwas tiefsinniger zur Sache. In „I really want you“ singt James: „Is a poor man rich in solitude? / Or when mother earth complained / Did the beggar pray for a sunny day but / Lady luck for rain”. Übersetzt könnte das so lauten: „Ist ein armer Mensch reich, wenn er allein ist? / Oder als sich Mutter Erde beschwerte – betete der Bettler um einen sonnigen Tag, aber die Glücksfee um Regen?“ Bei den Texten von Blunt geht es aber ohnedies nicht in erster Linie darum, sie zu verstehen und sogleich für das eigene Leben nutzbar zu machen. Man sollte auch „All the Lost Souls“ auf sich wirken lassen, die paar schönen Augenblicke, die diese Platte einem bescheren wird, genießen und sich dann wieder nachhaltigeren Beschäftigungen zuwenden. |
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