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30.04.2007

Norah Jones

Not too Late

Sie hat Talent, das weiß man. Norah Jones ist eine jener Sängerinnen, die gerade in stillen Tönen die Stimmung zum Vibrieren bringen kann. Weiterhin vermischt sie Pop, Soul, Folk und Country, gewürzt mit einem Schuss Jazz.

Unter einer eher glatten, fast allzu harmonisch musikalischen Oberfläche verbergen sich ernste Themen: So handelt der Opener „Wish I Could“ von einem im Krieg gefallenen Freund, den Norah mit ihrem melodisch, charmanten Gesang beweint. Zugegeben, die vielen Stücke mittleren Tempos wirken auf Dauer etwas schläfrig, doch die Stimmer der New Yorkerin versteht es zu fesseln.

Interessant ist auch der Text von „The Sun Doesn't Like You“. Subtil erinnert er an unser aller Sterblichkeit: „And time won't pass us by / And you won't tell me lies / Someday we all have to die ... but not now.” Ja, ja die Zeit! Norah wird wie viele andere nicht jünger und erinnert uns sanftmütig daran, dass die Zeit nicht stehen bleibt.

Hinter diesem Gedanken liegt jene melancholische Schwermut, die sich durch das gesamte Album zieht. „Not too late“ ist wirklich kein Partyalbum. Aber hin und wieder tut es ja auch ganz gut, sich in die alte Wohnzimmercouch fallen zu lassen, Norah aufzudrehen und über die eigene Vergänglichkeit nachzusinnen. Dafür kann es tatsächlich „niemals zu spät“ sein.

Andreas Thonhauser

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