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11.08.2007

D:Projekt

„Ich tanz mit dir auf dem Tisch“

von Michael Cech

Tatort Dresden im Jahr 2002. Die drei Brüder Nathanael, Daniel und Benjamin basteln mit ihren Freunden Christoph und Stephan an einigen Songs. Noch ahnen sie nicht, dass sie schon im Oktober desselben Jahres vor über 20.000 Leuten spielen werden.

Im Gegensatz zu vorherigen Bandprojekten entschließen sie sich, in Zukunft Lieder mit deutschen Texten zu spielen und geben ihrer Formation den Arbeitstitel „Deutsch-Projekt“, aus welchem dann „d:projekt“ wird.

Tatort Giessen im Jahr 2007. YOU!Magazin trifft auf eine bereits ausgereifte und aufstrebende Band. Nun haben sie ihr erstes Album in der Hand. 13 fette, groovige, hitverdächtige Songs, denen leicht anzumerken ist, dass Gitarrist Christoph einmal wegen Metallica Gitarre zu spielen begonnen hat.


YOU!: Ihr seid nun seit fast fünf Jahren eine Band. Was muss man noch über euch wissen?

Stephan: Es gibt drei Brüder in der Band: Nathanael, Benjamin und Daniel, der Schlagzeuger. Er ist der älteste von uns und hat eine eigene Schlagzeugschule. Nathanael ist ein guter Sänger und vor allem ein guter Hochspringer. Es gibt selten so viele Luftbilder von einem Sänger...

Nathanael: Wir sind alle verheiratet, bis auf Christoph... Stephan hat unsere Schwester geheiratet, somit sind wir auch mit ihm verwandt geworden!

Christoph: Und es ist praktisch, weil es einige Platzprobleme im Bus löst.

Benni: Christoph ist unser offizieller Gitarrist, aber auch unser offizieller Busfahrer. Der hat echt Glück gehabt!


YOU!: Wie viele Konzerte gebt ihr so im Durchschnitt?

Stephan: Das ist eine gute Frage für mich, da ich der Statistiker der Band bin. Also, wir haben im letzten Jahr 41 Konzerte gegeben, sind 22.500 Kilometer gefahren und haben vor insgesamt 23.000 Menschen gespielt. Dabei waren wir im Februar eine Woche mit Revolverheld auf Tour und haben mit Silbermond gespielt.


YOU!: Das heißt, ihr spielt nicht nur auf christlichen Veranstaltungen?

Nathanael: Um ehrlich zu sein, trennen wir das nicht so. Für uns ist Konzert Konzert und wir werden auch immer dasselbe Konzert geben, egal in welchem Umfeld.

Christoph: Wir wollen einfach Musik machen, davon leben können und durch die Gegend fahren...


YOU!: Worum geht es in euren Liedern?

Nathanael: Unser Hauptsächliches Ziel ist es, authentisch zu sein. So zu sein, wie wir wirklich sind. Und so verstehen wir auch unseren Glauben. Wir sind gläubig und das heißt, dass wir unseren Glauben leben wollen, auf der Bühne, neben der Bühne, in den Gesprächen, in den Liedtexten, sogar in der Musik.


YOU!: Was wären für euch die drei wichtigsten Dinge im Leben?

Benni: Mein Glaube an Gott ist mein Fundament, meine Frau ist mein Halt und die Musik ist meine Leidenschaft.

Daniel: Zuerst kommt für mich Gott, dann meine Frau und dann auch die Band und die Gemeinde. Denn ich bin ein echt großer „Gemeinde-Fan“. Das heißt für mich, dass Christen zusammenkommen, ihren Glauben teilen, sich gegenseitig ermutigen, den Glauben im Alltag zu leben. Und auch füreinander beten, füreinander einstehen, wenn es einem mal nicht so gut geht. Das fasziniert mich.

Nathanael: Für mich ist auch wichtig, eine innere Ruhe zu haben. So weiß ich, ich bin am richtigen Weg. Wenn man seine Beziehungen zu Gott und zu den anderen halbwegs geregelt hat, dann wird man erst fähig etwas nach außen hin zu tun.

Stephan: Für mich ist wichtig, das zu machen, was man wirklich auf dem Herzen hat. Man kann sich durch die Welt sehr schnell davon abbringen lassen. Zum Beispiel beende ich jetzt gerade mein Studium und ich überlege, ob ich Musik machen oder einen gesellschaftlichen Beruf ergreifen soll, in dem ich finanziell abgesichert bin. Und dann muss man nachdenken: Was ist wirklich mein Ziel im Leben? Was ist mir wirklich wichtig?


YOU!: Ist es eigentlich vernünftig, so ein Risiko auf sich zu nehmen?

Benni: Jeder Künstler muss dieses Risiko auf sich nehmen und sich entscheiden, wirklich 100 Prozent zu geben. Das war bei den Superstars nicht anders. Für mich als Christ hängt das dann aber auch mit Gott zusammen, eben ob ich im Herzen einen Frieden habe, wenn ich diesen Weg gehe.


YOU!: Und wie sieht es mit dem Glauben aus? Ist Glaube für euch vernünftig?

Stephan: Ich selbst bin Naturwissenschaftler, ich studiere Informationstechnik. Man kann schon argumentieren, dass Glaube vernünftig ist, manches kann man auch logisch herleiten. Für mich steht aber vielmehr die persönliche Beziehung zu Gott im Vordergrund. Wenn man das erfahren hat, dann geht das weit über alle Fragen hinweg. Ich glaube schon, dass diese Fragen wichtig sind, und für mich waren sie auch wichtig. Aber das letztlich Entscheidende ist, dass jemand eine persönliche Begegnung mit Gott hat. Das verändert dann alles.

Benni: Für mich ist die Frage, was eigentlich Vernunft ist. Ist es Vernunft, alles erklären zu können oder ist es letztlich vernünftig, dass man zufrieden ist mit seinem Leben. Ich meine, Wissenschaftler wollen alles mit ihrem Verstand erklären und haben es am Ende ihres Lebens vielleicht nicht geschafft, irgendwann zufrieden zu sein. Ich will an dem Punkt im Leben sein, wo ich sagen kann, dass ich zufrieden bin. Alle suchen doch danach, zufrieden zu sein.

Daniel: Man merkt das doch bei vielen erfolgreichen Musikern unserer Zeit. Die sind nicht glücklich. Und da passt der Bibelspruch: „Was nützt es, wenn du die ganze Welt gewinnst, aber Schaden nimmst an deiner Seele?“ Der Glaube ist herausfordernd, weil wir etwas glauben, was wir nicht sehen.


YOU!: Was würdet ihr jemanden sagen, warum er glauben soll?

Benni: Ich würde ihm sagen, dass er sich einfach fragen soll, ob er wirklich ehrlich zufrieden ist. Je nachdem, wie er es für sich beantwortet, soll er seine Schlüsse daraus ziehen. Ich geh nicht zu jemandem hin und sag ihm, dass er unbedingt an Gott glauben muss, denn ich kenn seine Situation nicht. Aber wenn er mit einer Sache zu mir kommt, mit der er nicht klar kommt, dann sag ich, frag mal Gott, ob er dir vielleicht Antworten geben kann.


YOU!: Ihr habt euer erstes Album herausgebracht. Gibt es Lieblings- textzeilen?

Christoph: „Ich tanz mit dir auf dem Tisch!“ Das find ich toll, weil es mein großer Traum ist, bei meiner Hochzeit mit meiner Frau auf dem Tisch zu tanzen. Und alle sollen mit auf dem Tisch tanzen! Da wird ein Fest gefeiert und ich mag das.

Daniel: Eine Lieblingsstelle schreib ich immer unter meine Emails: „Lass uns träumen fort von hier...“ und dann geht es weiter: „du und ich, einfach nur wir. Ganz von vorne fangen wir jetzt an.“ Das ist so ein Lebensgefühl, welches ich in einige Lieder hineinschreibe. Oder auch: „Du fliegst über den Wolken. Unerreichbar für jedermann.“ Ich träume eben gerne.

[Und hier schalten sich auch die beiden Ehefrauen ein, die bei uns am Tisch sitzen...]
Debbi (Frau von Stephan): Meine liebste Stelle ist: „Fühlst du denn nichts mehr“ und das ganze Lied „Fühlst du“, denn das holt einem so schön ab, wenn man total down ist, wenn man das Gefühl hat, man kann nicht mehr fühlen. Am Ende weist es auf Gott hin und man kann eine Antwort finden. Ich fühl mich dann immer sehr von Gott angenommen, fast als würde Gott das Lied zu mir singen.

Salome (Frau von Daniel und Visagistin der Band): Mein Lieblingslied ist „Schöne Welt“. Es drückt so ein fliegendes Gefühl aus. Da kann ich entspannen und wegfliegen...


YOU!: Was ist eure Lieblingsnebenbeschäftigung neben der Band?

Christoph: Da gibt’s viele. Ich fahr gern Auto. Ein bisschen Rennfahren und so...

Benni: Fußballspielen und mit meinem Hund rausgehen.


YOU!: Da freut sich die Ehefrau, wenn jemand Gassi geht...

Benni: Nicht Gassi... Da geht’s ins Gelände..!

Daniel: Ich bin sportlich begeistert für die Bundesliga. Und spiel selbst auch Fußball.

Nathanael: Ich guck gerne DVD.

Stephan: Ich beschäftige mich sehr viel mit meinem Computer, wobei das eine Lieblingsbeschäftigung ist, wo ich mal sagen muss, dass ich aufhören sollte, mit meinem Computer zu spielen. Und dann kleb ich Fotos.

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