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Danny Fresh

Mannheims Adoptivsohn

Eine Erfolgsgeschichte über das Kommen, Sehen und...?

von David Schwarzbauer

Aufgetaucht ist er schon letztes Jahr, als der Zungenbrecher und Worteklauber von W4C seine erste Solo CD „Veni“ auf den Markt brachte. Nun, nach einem knappen Jahr on the Road (u.a. mit Xavier Naidoo, W4C und eben seinem eigenen Soloprojekt), schickt Danny Fresh sein zweites Album hinterher, welches sich – wie richtig erwartet – „Vidi“ nennt. In einem Jahr werden wir dann wenig verwundert „Vici“ in Händen halten und abwägen, ob der reimende Baden-Württemberger auf dem Schlachtfeld des Deutsch-Hip Hop dem großen Feldherrn und Imperator, von dem ja bekanntlich der Ausspruch „Ich kam, sah und siegte“ kommt, würdig ist, oder ob er sich doch lieber mit einem „Ave Caesar, morituri te salutant“ („Die Totgeweihten grüßen dich!“) dessen Gunst erbeten hätte sollen, bevor es zu spät ist. Doch dieser Frage werden wir uns im nächsten Jahr noch einmal widmen.

Nachdem Fresh vor mehr als dreizehn Jahren mit seiner Formation W4C in Sindelfingen/Deutschland den PILA-Music Nachwuchswettbewerb für sich entscheiden konnte (YOU!Magazin war live vor Ort und berichtete ausführlich) und mit eben dieser Band etliche Alben und Singles veröffentlichte und tausende Gigs über die Bühnenlatten bog, ist er ins gelobte Land des Deutsch-Hip Hop gezogen (Mannheim – das neue Zion, wenn man Xavier Naidoo Glauben schenken will) und kümmert sich seither fast ausschließlich um sein Veni, Vidi, Vici. Dass er sich dabei nicht verkümmert, dafür sorgen schon seine Freunde von den Warriors 4 Christ, denn die, zumindest Ruben, haben auf „Vidi“ wieder ordentlich mitgemischt (Ruben hat die Tracks produced, yo!). Außerdem sind diesmal auch Xavier Naidoo oder Bintia etwa mit am Start (wie mein Nachbar sagen würde) und beeinflussen wohl die ein oder andere Kaufentscheidung zugunsten des jüngsten Adoptivsohns von Mannheim.


Klar könnte man jetzt enttäuscht ein Gänseblümchen zertrampeln und mit hängenden Schultern und rotem Kopf flennen, dass „Vidi“ wohl nichts anderes sei, als ein weiteres W4C Album, bloß, dass Peter Pan nicht dabei ist. Man sollte aber nicht, denn dem ist nicht so: Pan dreht nämlich spätestens bei Dannys Konzerten die Platten, also wurscht.

Wenn man also den Kopf nicht hängen lässt und die Gänseblümchen schont, stellt sich bald heraus, dass Freshs Ding innovativer, progressiver und vor allem eigentümlicher ist, als alles, was W4C bisher produziert hat. Das äußert sich nicht zuletzt darin, dass Danny nun auch die Welt außerhalb des CCM Globus in Angriff nimmt und sich immer näher an internationale Namen wie Talib Kweli oder auch an den bosporusdeutschen Skandal-Reimer Cool Savas heran beamt – musikalisch zumindest.

Dass in diesen Galaxien dann die Luft schon recht dünn ist und nicht für jeden dahergekommenen Möchtegern-Rapper reicht, bewirkt letztlich, dass immer mehr Erlebnisraumfahrer nach kurzen Gastspielen abstürzen und nur mehr jene Helden übrig bleiben, die auch das nötige Zeug zu einem längeren Aufenthalt heranschleppen und letztlich wirklich hart dafür Arbeiten. Und Danny Fresh ist nun einmal einer dieser Sorte. Er büffelt wie ein Böser – oder eben wie ein Guter, darauf besteht er als praktizierender Christ – und hat nur ein Ziel vor Augen, nämlich zu siegen („Vici“).

Bleibt am Schluss nur noch eine Frage unbeantwortet: In welcher Galaxie hat sich Caesar eigentlich aufgehalten, als er diese Aussage getätigt hat? Zumindest sicherlich in keiner, wo es keine Gravitation gab, denn sonst hätte sein Würfel wohl nicht fallen können. In diesem Sinne: Alea jacta est – Der Würfel ist gefallen. Fresh jacta habet – Der Danny hat gefallen. Oder so ähnlich.


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