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26.06.2009

Groundstaff

Hier spricht das Bodenpersonal

Bayrisch, christlich, voll gut drauf.

von Monika Jungk

Groundstaff stehen am Boden. Meistens zumindest. Denn oft sind die fünf gerade auch in ihrem Tourbus durch die USA, im Flieger zu einem Buschdorf in Afrika oder auf Konzertreise in Dänemark. Mit der einzigen Frau der Band am Mikro, spielen und singen sich die deutschen Musiker durch die Welt. Dabei kommen sie auch nicht drum herum, im August beim KEY2LIFE Festival in Marchegg ihr Bestes zu geben...
Wir haben schon im Voraus gecheckt, was bei Groundstaff so abgeht und Gitarrist Manuel dazu befragt.

YOU!: Groundstaff, wer ist das? Könnt ihr kurz über euch erzählen...?

Manuel: Wir sind vier Jungs und ein Mädel aus Hof in Bayern, haben bisher fünf CDs aufgenommen. Gegründet haben wir uns 1999 und seitdem sind wir nun schon fast 10 Jahre in derselben Besetzung unterwegs und spielen überall, wo
man uns spielen lässt...

YOU!: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Manuel: Wir kommen aus der Indie/Alternative-Richtung und bewegen uns meist abseits der breiten Mainstreamszene. Oft werden wir aber wegen unserer neuen deutschsprachigen CD und der Sängerin in die Juli/Silbermond Schublade gesteckt...

YOU!: Ihr habt aber auch englische Songs… Ist euch die Sprache wichtig?

Manuel: Früher schrieben wir nur auf Englisch. Mit der Zeit ist uns allerdings bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass die Texte auch richtig verstanden werden. Und da wir meist in der deutschsprachigen Gegend unterwegs sind, begannen wir letztes Jahr auf Deutsch zu schreiben und brachten im Dezember unser erstes komplett deutschsprachiges Album heraus...

YOU!: Was waren bis jetzt die ausgefallensten Konzertorte, an denen ihr gespielt habt?

Manuel: Wir waren auf einer vierwöchigen Tour durch Nigeria und haben u.a. mitten in einem Buschdorf unter der großen Dorfeiche ein Konzert gegeben, wo man die Schlagzeugbecken auf Äste gesteckt hatte. Abgefahren waren auch
die Sets in halbfertigen Kirchengebäuden, z.B. mit Kindern auf Emporen ohne jegliches Geländer... Auf unserer Kanadatour ist das Dach eines Veranstaltungsortes eingebrochen, deshalb haben wir kurzerhand auf einer Farm eine Open Air-Bühne selbst zusammengezimmert und einfach gespielt.

YOU!: Was war euer schrägstes Erlebnis als Band?
Manuel: Mit Sicherheit war die Nigeriareise eine der krassesten Erfahrungen - ein ziemlicher Kulturschock, sehr stressig und vor allem extrem anstrengend, obwohl wir so einiges gewohnt sind. 2004 waren wir zum ersten Mal in den USA auf Tour und fuhren fünf Wochen auf eigene Faust 11000 Kilometer durch die Staaten, hatten knapp 28 Auftritte in Gefängnissen und Indianerreservaten bis hin zu Kirchen, Cafés und Clubs und rammten dabei eine Harley Davidson, die gerade auf dem Weg zum größten Harley-Treffen der Welt war - mitten unter hunderten von Bikern...

YOU!: Zehn Jahre als Band ist schon eine lange Zeit. Was hält euch zusammen?

Manuel: Es war sicher nicht immer nur einfach, aber nach so vielen Jahren ist man wie eine Familie: Man reibt sich aneinander, kennt die jeweiligen Eigenheiten der anderen, aber man liebt sich auch und kennt es einfach nicht mehr anders. Außerdem ist unser gemeinsamer Glaube ein sehr festes Fundament, und wäre da nicht Gott, seine Liebe und Vergebung, wir hätten uns schon 1000-mal aufgelöst.

YOU!: Was ist euer Ziel und was tut ihr, um es zu erreichen?

Manuel: Wichtig ist uns auf jeden Fall, unserer oft so hoffungs- und auch orientierungslosen Generation neuen Mut zuzusprechen und ihnen eben zu vermitteln, dass es durchaus noch Hoffnung und ein lebenswertes Leben gibt. Und da Musik und Musiker meistens einen recht großen Einfluss haben, versuchen wir dann natürlich, unsere Zuhörer zum Nachdenken anzuregen und ihnen vielleicht einen neuen Blickwinkel für das Leben zu vermitteln. Wir wollen auf jeden Fall was bewegen, und je größer und erfolgreicher man ist, desto besser geht das natürlich auch... (lacht).

YOU!: Was motiviert euch, auch in Gefängnissen zu spielen?
Manuel: In Gefängnissen sind meistens die Leute zu finden sind, die viel Mist erlebt haben und große Verletzungen in sich tragen. Uns ist sehr wichtig, gerade diesen Menschen mit Liebe und Annahme zu begegnen. Und ihnen auf den Weg mitzugeben, dass es immer Hoffnung und Neuanfang gibt. Wir spielen sehr gerne in Gefängnissen. Das ist auch immer ein sehr dankbares Publikum...

YOU!: Was wollt ihr als christliche Musiker noch für einen Unterschied machen?
Manuel: Natürlich bekommen auch wir die Probleme unserer Gesellschaft sehr nahe mit. Wir versuchen, gute Vorbilder zu sein, Werte und Hoffnung zu vermitteln und den Jugendlichen von dem zu erzählen, was uns Kraft und Sinn zum Leben gibt: unser Glaube an Jesus, die Tatsache, dass er einen perfekten Plan für unser Leben hat und uns liebt, ganz egal, wer wir sind und was passiert.

YOU!: Habt ihr eine spezielle Message für die YOU! Leser?
Manuel: Wir sind fest davon überzeugt, dass man in unserer Gesellschaft einen Unterschied machen kann und sollte, und dass man mit Gottes Kraft seine Gegend, sein Land und sein Umfeld auf den Kopf stellen kann. Ganz egal,
wer man ist, wie man sich fühlt oder wo man gerade ist. Und dazu möchten wir euch alle ermutigen!

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