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05.07.2008

Shawn McDonald

Roots

von David Schwarzbauer

Der Abend zieht langsam durchs Land und schiebt angenehm kühle Luft vor sich her. Auf dem staubigen Gelände des Jahrmarktes raschelt und klingelt das Geld der zählenden Genossen. Im löchrigen Wohnwagen entlehnt sich Pierre der Clown seiner schweißverblassten Schminke, der Schießbudenbesitzer zieht im Unterhemd die Gewehrläufe durch, der Esel darf sein Joch ablegen und wird vor sein frisches Stroh geführt und die Wirtin mit dem schwarzgekrausten Haupthaar trocknet mit dem nassen Lappen die letzten Bierkrüge für heute, bevor sie die Läden herunter klappt. Auf der provisorisch errichteten Veranda vor seinem hölzernen Wanderheim sitzt Shawn und klimpert auf seiner schäbigen Gitarre zum leiernden Klang des alten Grammophons, das ihm sein Großvater damals vererbt hatte. Er singt und erzählt von der Ferne, von Abschied und von Glück und wiegt den letzten tiefstehenden Sonnenstrahl in den Schlaf.

Genau so klingt Shawn McDonalds neues Prachtstück „Roots“. Wer es nicht glaubt, muss eben nachprüfen.

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