
Popculture
Reality Check
aus: orf.at, 07.05.2008
von: David Schwarzbauer
Erinnerungen werden wach, an die Zeit, als ich vor fast genau einem halben Jahr den Besuch des österreichischen Skiteams beim Papst kommentierte. Damals konnte man noch nicht ahnen, dass sich am Ende der Wintersaison die Kristallkugeln wie schon lange nicht mehr in die ganze Welt verteilen würden anstatt alle möglichen österreichischen Wohnzimmer zu zieren. Was vielversprechend aussah, hat unter dem Strich leider nur sehr wenig eingebracht: eine Kugel bei den Herren (Hannes Reichelt) und eine bei den Damen (Marlies Schild).
Daraus könnte man schließen, dass es eben nicht ausreicht, sich den Segen vom Heiligen Vater zu holen. Man sollte auch noch das Seinige dazu beitragen, den Sieg nach Hause zu fahren.
Was die österreichischen Skiasse wider erwarten also nicht geschafft haben, könnten sieben Monate später doch die heimischen Fußballstars wider erwarten schaffen: Österreich als Europameister? Den Segen des Papstes haben sie ja bekanntlich schon. Einfach wird es trotzdem nicht, da Österreichs Team nicht das einzige ist, das sich den Segen geholt hat und der Papst außerdem ein großer Fan seiner heimischen Nationalelf ist.
Aber wie auch immer. Das Match wird am Rasen ausgetragen, nicht in der Kapelle und dann wird man sehen, was Sache ist.
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Manchmal liegt die Lösung viel näher als man denkt.
Wenn es nun so viele Gläubige Menschen gibt, die Gott um irgendwas bitten, dann bitten sie ja auch sicher oft um gegensätzliche Dinge.
Wie kann Gott dann, wenn alle Grundvoraussetzungen gleich sind, entscheiden, wessen Gebet erhört werden soll?
Und nein, die Antwort, er sei eben so unendlich weise, lass’ ich nicht gelten (Totschlagargument).

