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09.04.2008

Google vor Gericht

weil gegen "pro-life"

aus: www.telegraph.co.uk, 09.05.2008

A pro-life charity is suing Google over the internet company’s refusal to display its anti-abortion advert.

The Christian Institute wanted to pay Google so that when the word “abortion” was typed into the search engine, a link to a web page on its views popped up on the right hand side of the screen.

The link would have read: “UK abortion law – key views and news on abortion law from the Christian Institute”, and users could click on it to access the website. However, Google has a policy of declining sites which mix topics like abortion with religious views and it refused the request. A spokesman for Google advertising said: “At this time, Google policy does not permit the advertisement of websites that contain abortion and religion-related content.”

The Christian Institute has started legal action against Google on the grounds that it is infringing the Equality Act 2006 by discriminating against Christian groups. The charity will argue that Google accepts adverts for abortion clinics, secular pro-abortion sites and secularist sites which attack religion. It wants damages, costs and permission to display the advert.

A spokesman for the Christian Institute, Mike Judge, said: “For many people, Google is the doorway to the internet. “If there is going to be a free exchange of ideas, then Google cannot give special free speech rights to secular groups whilst censoring religious views. “To say that religious sites with material on abortion are ‘unacceptable content’ while advertising pornography is ridiculous.”

YOU! Kommentar...

von: David Schwarzbauer

Diskriminierung und Anti-Diskriminierung sind in der heutigen Zeit große Begriffe. So wird eine "Homo-Ehe" beispielsweise unter dem Deckmantel der Antidiskriminierung für unumgänglich geheißen (Dass bei einer solchen dann jedoch andere Konstellationen des Zusammenlebens diskriminiert werden, weiters Ungleiches auf einmal gleich behandelt werden sollte, beziehungsweise die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für Homosexuelle eigentlich primär gar nicht die Aufgabe eines Staates wäre, da diese unter Anderem ja den Generationenvertrag nicht erfüllen würden, ergo dem Staat keinen Nutzen bringen würden, muss hier ja gar nicht erst erwähnt werden.) und alle schütteln plötzlich Hände statt Köpfe. Breite Zustimmung weicht also der anfänglichen Skepsis und lässt rationales Denken irgendwo im Nirgendwo versumpern.

In den meisten Fällen ist es nämlich die (katholische) Kirche, die alles, was nicht ihrer Linie entspricht, diskriminiert. Gut, zumindest ist das die Meinung derer, die keine Ahnung haben. Denn "diskriminieren" heißt per definitionem "durch [unzutreffende] Äußerungen, Behauptungen in der Öffentlichkeit jmds. Ansehen, Ruf schaden, ihn herabsetzen." (Duden, Das Fremdwörterbuch. Mannheim [et.al]: 2005.) Und dass das genau der christlichen Lehre widerspricht, und somit auch nicht Absicht und/oder Praktik eines Christen ist, ist wohl auch allseits bekannt.

Was ist es dann, was die Kirche macht? Sie liebt den Sünder und hasst die Sünde. Das heißt: sie diskriminiert niemanden - ganz im Gegenteil, sie liebt den Menschen. Sie zeigt jedoch auf, was nach der christlichen Lehre eine Sünde oder eben ein bewusstes Entscheiden gegen Gott und seinen Plan ist und somit dem Menschen schaden könnte.

Die Kirche diskriminiert also nicht - sie wird aber immer wieder diskriminiert, wie oben zitierter Artikel zeigt, und das ist wenig überraschend. Der erste Christ, dessen Ruf und Ansehen durch unzutreffende Äußerungen und Behauptungen in der Öffentlichkeit geschadet wurde ist Christus selbst. Und da wir seine Kinder sind und mit ihm auferstehen, wenn wir mit ihm sterben, haben wir halt auch diesen bitteren Kelch zu trinken.


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Äh....
von: davidhume
17.04.2008
ja. War ja auch nicht anders zu erwarten, dass sowas von Herrn Schwarzbauer kommt.

Was du David und ihr Kommentatoren hier aber vergesst, ist die Tatsache, dass es sich hier schlussendlich um TOS, als Terms of Service eines öffentlich gehandelten Unternehmens, also einer AG handelt.

Wenn dieses Unternehmen also nun darauf besteht, dass so Dinge wie Abtreibung, die per se mit Religion nichts zu tun haben, nicht im Zusammenhang mit einer religiösen Doktrin als Werbung geschaltet werden, dann ist das nicht nur löblich, sondern auch ihr gutes Recht.

Dass die katholische Kirche Homosexuelle diskriminiert, d.h. sie als Sünder ansieht, etc., ist ja auch nichts anderes als Ausübung der katholischen TOS. Dass du die Kritik darob kritisierst, ist damit dein gutes Recht, allerdings kannst du nicht im gleichen Atemzug verlangen, dass ein Unternehmen das nun mal nicht auf den Grundfesten der katholischen Kirche erbaut wurde, die gleichen Grundsätze vertritt.

hilf mir mal...
von: davidyou
17.04.2008
was hab ich wo verlangt?
Als Mag.
von: davidhume
18.04.2008
sagen dir ja sicher implizite Aussagen was. Muss ich das wirklich weiter erklären?
Was soll heißen, Abtreibung hätte mit Religion nichts zu tun?
von: -Maria-
18.04.2008
Entschuldigung, aber bei vielen medizinischen Fragen, sehen wir Abtreibung als eine solche an, treten auch ethische Fragen auf. Und man kann eine Ethik ohne Religion auch haben, aber sich in ethischen Fragen auf die Religion zu beziehen ist durchaus legitim. Und jetzt sag mir, was du so lobenswert daran findest, wenn man wichtige Standpunkte bei ethische Diskussionen zu medizinischen Fragen unterbindet und somit die Meinungsfreiheit verletzt.
Die Menschen...
von: davidhume
21.04.2008
...die ihre Ethik aus der Religion beziehen, können das ja auch gerne machen.

Diese “künstliche” Ethik dann allerdings bei Belangen die auch Menschen betreffen, die dieser Religion nicht anhängen, anwenden zu wollen, ist problematisch und falsch.

Dass ein Unternehmen sich dagegen verwehrt, dieser Ethik, die weder inhärent noch absolut ist, eine Plattform zu bieten, ist schlussendlich keine Beschneidung der Meinungsfreiheit sondern einzig und allein eine Verpflichtung gegenüber einer Gesellschaft die die Werte der Aufklärung vertritt.

Auf gut Deutsch: Das geschlossene System jedweder Religion soll genau das bleiben, ein geschlossenes System.

künstliche Ethik...
von: domyou
21.04.2008
...klingt für mich sehr originell. Was meinst du damit? Ich kann damit nicht viel anfangen, weil sich mir dann eine ganze Reihe anderer Fragen aufwerfen: was ist dann nicht künstliche Ethik? Und woher “bezieht” man sich überhaupt Ethik? Wie viele unterschiedliche “Ethiken” gibt es dann? Welche ist wichtiger oder verbindlicher? Was verstehst du unter absoluter Ethik? Worauf beziehst du dann den Absolutheitsanspruch?
Als künstliche Ethik...
von: davidhume
23.04.2008
...bezeichne ich Ethik die nicht aus Erfahrungswerten, sondern aus einem Buch geboren wurde.

Was den Menschen unter anderem auszeichnet ist seine Fähigkeit sich zu entwickeln. Genau wie sich der Mensch entwickelt, so entwickelt sich auch seine Ethik. Sie ist formbar und eben nie absolut.

Wenn ich nun meine Ethik aus einem Buch nehme, das für eine andere Zeit und unter völlig anderen Bedingungen geschrieben wurde, dann negiere ich damit meine Fähigkeit, ethische Grenzen selber zu erkennen oder festzulegen.

Und wie gesagt, für Menschen wie euch, denen diese Negation nichts ausmacht, ist’s ja ok. Problematisch wird’s erst dann, wenn diese Form der statischen Ethik in Bereichen angewandt wird, die mit Religion schlussendlich nichts zu tun haben.

Die Bibel...
von: Klara
25.04.2008
... ist doch eine Sammlung von Erfahrungswerten. Vielleicht eine sehr alte, aber das ist ja das Besondere an ihr, dass sie auch in unserer Zeit noch Wahrheiten enthält.

Wenn du meinst, mit dem Lesen der Bibel würde das Denken ausgeschaltet, dann irrst du dich gewaltig, ich denke nämlich sehr wohl über das, was in der Bibel steht nach und bilde mir meine eigene Meinung. Was ist besser: das Denken auszuschalten, in dem man die Meinung anderer Leute einfach nachplappert oder einfach aus einem Buch nachplappert? Keines von beiden, würde ich sagen, aber wir können uns ruhig auf die Erfahrungen anderer Menschen (sowohl welche, die wir kennen, als auch die aus der Bibel) beziehen und daraus lernen, um uns dann selbst eine vernünftige, kritische Meinung zu bilden!

Abgesehen davon...
von: Klara
25.04.2008
..., dass das Denken durch eine einseitige Auswahl von Seiten, die eine Suchmaschine zeigt, ebenfalls ausgeschaltet werden kann.
zur aufheiterun
von: jfreak
11.04.2008
ja, es ist schlimm! aber die frucht des hl. geistes ist freude! sich ärgern ändert auch nix. unter ” http://www.revival.de/ff/viewtopic.php?t=1083&highlight=suchbegriffe ” steht welche suchbegriffe die leute eingegeben haben und dann auf dieser CHRISTLICHEN seite gelandet sind! sehr witzig! ;-))
@david hume
von: Puddleglum
21.05.2008
das heißt quasi dass es durchaus im bereich des möglichen ist, dass es irgendwann ethisch vertretbar ist einen unschuldigen Menschen zu töten. Wenn es keine Fixpunkte gibt, dann gibt es überhaupt keine Ethik. Wenn es heute in ordnung ist, unschuldige Babies im Mutterleib zu töten, dann morgen vielleicht unschuldige Kleinkinder die erst 2 Jahre alt sind sich nicht wehren können und ihren Eltern auf den Geist gehen. Es muss Fixpunkte geben und bei der Abtreibung sind diese Fixpunkte wie das Recht auf Leben, dass meines Erachtens nach unumstößlich das wichtigste ist, weit überschritten. Ich finde es auch traurig, dass sich die Kirche da einmischen muss, aber sonst tut es ja keiner.
naja, dass Google...
von: -Maria-
10.04.2008
...das Internet manipuliert, ist ja nichts neues, nur vergessen es die meisten (ich auch) oft.
lebendige fische
von: annam9
09.04.2008
jeder der etwas gegen den mainstream und lifestyle von heute was sagt oder denkt, DER wird diskriminiert. von wegen meinungsfreiheit..nur innerhalb der vorgefertigten meinungen darf man was meinen…das ärgert mich wahnsinnig an der gesellschaft!
Stimmt!
von: Klara
09.04.2008
Leider ist das die Wahrheit. Es ist Gott sei Dank nicht überall so und nicht alle Leute sind so, aber der Großteil leider…
Dito.
19.04.2008
Du hast leider recht. Trotz dessen dürfen wir nicht aufgeben zu sagen, was falsch ist. Sonst hören wir auf, das Salz der Erde zu sein.

LG Evangelista

 

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