
Popculture
Reality Check
aus: www.kath.net, 06.03.2008
von: David Scharzbauer
Damit sich die Kirche auch in der Neuzeit im Falle Galilei positioniert und als kirchliche Antwort auf die Diskussion beim Artikel "Papstboykott: Es folgte Welle der Solidarität"...
Was mir hierbei noch auffällt: die Kirche bemüht sich sehr um eine Zusammenarbeit mit den Wissenschaften, was man von so manchen Wissenschaften und (selbsternannten) Wissenschaftern nicht gerade behaupten kann. Schade eigentlich, dass man als Wissenschafter Dinge grundsätzlich ablehnt...
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Es ist nun mal so, dass auch Bemühungen der Kirche, mit Wissenschaftlern zusammen zu arbeiten, schlussendlich nicht automatisch dafür sorgen, dass Wissenschaftler mit dem einverstanden sind, was die Kirche macht.
Und was Marias Meinung angeht, atheistische Wissenschaftler seien die lautesten, da muss ich widersprechen. Es gibt einfach für einen Wissenschaftler das Bestreben, die Dinge auch wirklich wissenschaftlich zu betrachten. Wenn nun die Kirche auf höchst unwissenschaftliche Weise versucht, gewisse Bereiche der Wissenschaft zu unterwandern, siehe Kreationismus und dessen hässlichen Cousin Intelligent Design, dann ist es die Pflicht eines jeden Wissenschaftlers dagegen vorzugehen.
Zur allgemeinen Debatte der christlichen Wisenschaftlichkeit, ein Zitat aus der Bibel: “Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Hieden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen,Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.” (1 Kor 1, 22-25)
Und weiter geht es dann im Kapitel 2. Lies das mal nach, denn es sagt interessante Dinge über die weltliche und die göttliche Weisheit aus.
Zum wiederholten Male wird darauf hingewiesen, dass es num mal so ist, dass nur die die wirklich glauben Gott erfahren können, die die’s nicht tun, für die ist’s halt eine Dummheit.
Das ist einer der penetrantesten Zirkelschlüsse dem ich in solchen Diskussionen ausgesetzt bin, leider wird er dadurch auch nicht korrekter.
Ich weiß ja nicht obs was bringt, mich so oft zu wiederholen, aber für jemanden der studiert hat, muss es ja eigentlich schon komisch anmuten, sich alle Argumentation und alle Wahrheit aus nur einer Quelle, in deinem Fall der Bibel, zu holen. Um es hart zu sagen, an dir ist die wissenschaftliche Lehre einfach völlig vorbeigegangen. Schade.
Zitat: “Zum wiederholten Male wird darauf hingewiesen, dass es nun mal so ist, dass nur die, die wirklich glauben, Gott erfahren können, die die’s nicht tun, für die ist’s halt eine Dummheit” Ja, richtig, genau das wollte ich sagen. Und wieso kannst du es nicht akzeptieren, dass ich, der ich an Gott glaube, ihn auch erfahren habe, und du, der du es nicht tust, es eben für dumm hältst? Wieso sprichst du mir Dinge ab, die genauso da sind, wie dein Zweifel und deine Überzeugtheit, dass sie eben nicht da sind?
Und selbst wenn alle Wissenschaft an mir vorübergegangen wäre, who cares? Die Wissenschaft führt mich nicht in den Himmel…
Und generell hast du ja recht, leben und leben lassen. Der Unterschied liegt schlicht und einfach darin, dass ich, so wie du, in einer Welt leben muss, die sich immer wieder mit den Auswüchsen fanatischer Gläubiger herumschlagen muss. Klar, nur ein paar wenige sind die Fanatiker, aber ohne die breite Masse an Gläubigen gäb’s für diese ja auch keine Daseinsberechtigung, bzw. Legitimation.
Und das Beispiel Galileos hat gezeigt, dass die Kirche der natürliche Feind des Fortschritts ist. Und da ich der Auffassung bin, dass mich nach meinem irdischen Dasein nichts weiter erwartet, denke ich, dass wir alles daran setzen sollten, uns während unseres Daseins weiter zu entwickeln, statt uns durch selbst auferlegte, sinnlose Barrieren selbst daran zu hindern.
Grundsätzlich kann ich mich mit den Ideen von Intelligent Design anfreunden, aber nicht damit, dass diese Leute das als wissenschaftliche Theorie verkaufen. Naturwissenschaft beschreibt und erklärt die beobachtbare Natur, Gottes Existenz ist allerdings durch naturwissenschaftliche Methoden weder beweisbar noch widerlegbar und daher denke ich, sollte man zwischen persönlichem Glauben, Theologie und Naturwissenschaft unterscheiden. Als Wissenschaftler kann ich durchaus an Gott glauben, allerdings sollte das nicht die Grundlage für meine Arbeiten und Theorien sein.
Und die Kirche stand früher der Wissenschaft im Weg, aber heute hat sie erkannt, dass dies ein Fehler ist, genau das steht ja in dem Artikel, also ist es unberechtigt zu behaupten, dass sie es noch immer tut.
