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06.03.2008

Galilei im Vatikan

Causa beenden

aus: www.kath.net, 06.03.2008

Der Vatikan würdigt den Mathematiker, Physiker und Astronomen Galileo Galilei (1564-1642). In diesem Jahr wird dewswegen eine Statue von Galilei in den vatikanischen Gärten aufgestellt – genau vor jenem Apartment der Inquisition, wo der Astronom 22 Tage lang wohnte, während er im Jahr 1633 auf seinen Prozess wegen Häresieverdacht wartete.

Nicola Cabibbo, Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, erklärt, dass die Kirche mit der Causa Galilei abschließen und sowohl „sein großes Vermächtnis als auch die Beziehung von Wissenschaft und Glaube“ definitiv begreifen wolle.

In Italien finden in diesem Jahr mehrere Gedenkveranstaltungen statt, die an das 400-Jahr-Jubiläum der Einführung des Teleskops durch Galileo Galilei erinnern. Die Statue wird im Rahmen dieser Veranstaltungen in den vatikanischen Gärten aufgestellt.

YOU! Kommentar...

von: David Scharzbauer

Damit sich die Kirche auch in der Neuzeit im Falle Galilei positioniert und als kirchliche Antwort auf die Diskussion beim Artikel "Papstboykott: Es folgte Welle der Solidarität"...

Was mir hierbei noch auffällt: die Kirche bemüht sich sehr um eine Zusammenarbeit mit den Wissenschaften, was man von so manchen Wissenschaften und (selbsternannten) Wissenschaftern nicht gerade behaupten kann. Schade eigentlich, dass man als Wissenschafter Dinge grundsätzlich ablehnt...

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Von...
von: davidhume
10.03.2008
...”grundsätzlich ablehnen” kann ja wohl nicht die Rede sein.

Es ist nun mal so, dass auch Bemühungen der Kirche, mit Wissenschaftlern zusammen zu arbeiten, schlussendlich nicht automatisch dafür sorgen, dass Wissenschaftler mit dem einverstanden sind, was die Kirche macht.

Und was Marias Meinung angeht, atheistische Wissenschaftler seien die lautesten, da muss ich widersprechen. Es gibt einfach für einen Wissenschaftler das Bestreben, die Dinge auch wirklich wissenschaftlich zu betrachten. Wenn nun die Kirche auf höchst unwissenschaftliche Weise versucht, gewisse Bereiche der Wissenschaft zu unterwandern, siehe Kreationismus und dessen hässlichen Cousin Intelligent Design, dann ist es die Pflicht eines jeden Wissenschaftlers dagegen vorzugehen.

ich
von: davidyou
10.03.2008
habe ja auch nur von manchen Wissenschaftern gesprochen…

Zur allgemeinen Debatte der christlichen Wisenschaftlichkeit, ein Zitat aus der Bibel: “Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Hieden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen,Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.” (1 Kor 1, 22-25)

Und weiter geht es dann im Kapitel 2. Lies das mal nach, denn es sagt interessante Dinge über die weltliche und die göttliche Weisheit aus.

Lieber David...
von: davidhume
10.03.2008
selbst wenn ich Argumentation durch Zitieren der Bibel durchgehen lassen würde, so gibt es auch in dem von dir angesprochenen Kapitel 2 nichts, was wirklich interessant wäre.

Zum wiederholten Male wird darauf hingewiesen, dass es num mal so ist, dass nur die die wirklich glauben Gott erfahren können, die die’s nicht tun, für die ist’s halt eine Dummheit.

Das ist einer der penetrantesten Zirkelschlüsse dem ich in solchen Diskussionen ausgesetzt bin, leider wird er dadurch auch nicht korrekter.

Ich weiß ja nicht obs was bringt, mich so oft zu wiederholen, aber für jemanden der studiert hat, muss es ja eigentlich schon komisch anmuten, sich alle Argumentation und alle Wahrheit aus nur einer Quelle, in deinem Fall der Bibel, zu holen. Um es hart zu sagen, an dir ist die wissenschaftliche Lehre einfach völlig vorbeigegangen. Schade.

Die Bibel
von: davidyou
10.03.2008
ist eine Sammlung von Berichten aus mehr als 20 Quellen… Außerdem ist sie nicht meine einzige Quelle, sondern das berührende Beispiel so vieler tausender Menschen, die mit ihrem Blut dafür gebürgt haben, dass Gott die Liebe ist. Und die Leben so vieler anderer tausender Heiliger und Freunde, und meiner Eltern.

Zitat: “Zum wiederholten Male wird darauf hingewiesen, dass es nun mal so ist, dass nur die, die wirklich glauben, Gott erfahren können, die die’s nicht tun, für die ist’s halt eine Dummheit” Ja, richtig, genau das wollte ich sagen. Und wieso kannst du es nicht akzeptieren, dass ich, der ich an Gott glaube, ihn auch erfahren habe, und du, der du es nicht tust, es eben für dumm hältst? Wieso sprichst du mir Dinge ab, die genauso da sind, wie dein Zweifel und deine Überzeugtheit, dass sie eben nicht da sind?

Und selbst wenn alle Wissenschaft an mir vorübergegangen wäre, who cares? Die Wissenschaft führt mich nicht in den Himmel…

Wenn...
von: davidhume
10.03.2008
...die Wissenschaft dich nicht in den Himmel bringt, dann ist’s ja auch völlig unnötig, dass sich die Kirche der Wissenschaft annähert, oder?

Und generell hast du ja recht, leben und leben lassen. Der Unterschied liegt schlicht und einfach darin, dass ich, so wie du, in einer Welt leben muss, die sich immer wieder mit den Auswüchsen fanatischer Gläubiger herumschlagen muss. Klar, nur ein paar wenige sind die Fanatiker, aber ohne die breite Masse an Gläubigen gäb’s für diese ja auch keine Daseinsberechtigung, bzw. Legitimation.

Und das Beispiel Galileos hat gezeigt, dass die Kirche der natürliche Feind des Fortschritts ist. Und da ich der Auffassung bin, dass mich nach meinem irdischen Dasein nichts weiter erwartet, denke ich, dass wir alles daran setzen sollten, uns während unseres Daseins weiter zu entwickeln, statt uns durch selbst auferlegte, sinnlose Barrieren selbst daran zu hindern.

Hallo David & David,
von: -Maria-
10.03.2008
wegen der Behauptung, dass atheistische Wissenschaftler die lautesten sind: Das ist nur meine Erfahrung aus Diskussionen. Wobei das eigentlich oft keine wirklichen Wissenschaftler sind, sondern genauso wie die Sorte von Kreationisten, die versucht, die Evolutionstheorie mit angeblichen Beweisen zu widerlegen, Pseudowissenschaftler.

Grundsätzlich kann ich mich mit den Ideen von Intelligent Design anfreunden, aber nicht damit, dass diese Leute das als wissenschaftliche Theorie verkaufen. Naturwissenschaft beschreibt und erklärt die beobachtbare Natur, Gottes Existenz ist allerdings durch naturwissenschaftliche Methoden weder beweisbar noch widerlegbar und daher denke ich, sollte man zwischen persönlichem Glauben, Theologie und Naturwissenschaft unterscheiden. Als Wissenschaftler kann ich durchaus an Gott glauben, allerdings sollte das nicht die Grundlage für meine Arbeiten und Theorien sein.

Und die Kirche stand früher der Wissenschaft im Weg, aber heute hat sie erkannt, dass dies ein Fehler ist, genau das steht ja in dem Artikel, also ist es unberechtigt zu behaupten, dass sie es noch immer tut.

Immerhin...
von: -Maria-
06.03.2008
...auch wenn man das Geschehene nicht rückgängig machen kann, ist es doch eine gute Geste. Wobei ich denke, dass es durchaus viele Wissenschaftler gibt, die an Gott glauben, nur diejenigen, die überzeugte Atheisten sind, machen den Mund am weitesten auf.

 

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