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22.01.2008

Papstboykott

Es folgte Welle der Solidarität

aus: YOU!/Zenit

Letzten Donnerstag, dem 17. Jänner, hätte Papst Benedikt XVI eine Rede auf der Universität „La Sapienza“ in Rom halten sollen. Nachdem es in einigen Kreisen der Uni heftige Proteste gegen das Kommen des Papstes gegeben hatte, entschied sich Benedikt, seinen Besuch abzusagen. Daraufhin strömten am folgenden Sonntag gut 200.000 Menschen zum Angelusgebet auf den Petersplatz in Rom, hauptsächlich junge Leute, um ihre Solidarität mit dem Papst zu zeigen.

Der Grund für die Proteste der Professoren und mancher Studentengruppen war gewesen, dass Benedikt, noch als Kardinal am 15. März 1990, gewagt hatte, auf dieser Uni den „Fall Galileo Galilei“ mit einer Kritik an einer zu schnellen Verurteilung der Kirche anzusprechen. „Als Wissenschaftler, die der Vernunft treu sind, beleidigen und erniedrigen uns diese Worte“, meinten die Dozenten in einem Protestbrief. Dabei wäre doch eine Uni genau der Ort, wo man kritische Meinungen äußern dürfen sollte.

Und genau das wollte der Papst auch ansprechen. Wie im nachträglich veröffentlichten Text zu entnehmen ist, geht es darum, sich als Uni wieder kritisch mit Wahrheit und Vernunft auseinanderzusetzen. „Was hat der Papst an der Universität zu tun oder zu sagen?“ Diese Frage bildet den Ansatzpunkt der nicht gehaltenen „Vorlesung“ Benedikts XVI.: Der Papst fasst am Ende seiner Ausführungen die Antwort folgendermaßen zusammen: Der Papst „darf gewiss nicht versuchen, andere in autoritärer Weise zum Glauben zu nötigen, der nur in Freiheit geschenkt werden kann. [...] Es ist seine Aufgabe, die Sensibilität für die Wahrheit wach zu halten.“ Der Papst setze es sich zum Ziel, „die Vernunft immer neu einzuladen, sich auf die Suche nach dem Wahren, nach dem Guten, nach Gott zu machen.“

Und weiter: „Bloßes Wissen macht traurig.“ Wahrheit sei mehr als Wissen: „Die Erkenntnis der Wahrheit zielt auf die Erkenntnis des Guten.“ Der Papst hält fest: „Die Wahrheit macht gut, und das Gute ist wahr: Dies ist der Optimismus, der im christlichen Glauben lebt.“

Am Sonntag, dem 21. Jänner, sagte der Papst dann den Tausenden von Studenten, die sich auf dem Petersplatz gleichsam einer Solidaritätskundgebung versammelt hatten, dass die Universität viele Jahre hindurch seine „Welt“ gewesen sei. Mit ihr verbinde ihn „die Liebe zur Suche nach der Wahrheit, zur Konfrontation, zum offenen Dialog im Respekt der verschiedenen Positionen“. Er ermutigte sie, „gegenüber den Meinungen der anderen immer respektvoll zu sein und in freiem und verantwortlichem Geist die Wahrheit und das Gute zu suchen.“

YOU! Kommentar...

von: Michael Cech

Wenn eine Universität sagt: „Tut uns leid, lieber Papst, aber was du sagst, wollen wir nicht hören!“, dann muss man sich schon fragen, wohin die Denker unserer Zeit gekommen sind. Vielleicht wollen solche Leute deshalb nicht hören, weil sie Angst haben, dass einer an einer schwachen Stelle zieht? Vielleicht, weil sie dann mit Antworten in Verlegenheit geraten würden? Weil jemand des Kaisers neue Kleider entlarven würde?
Papst Benedikt XVI, ein ehemaliger Hochschulprofessor, drängt wie kein anderer mit einer für heute unangenehmen Forderung: Wissen, Wahrheit und Vernunft in Einklang zu bringen.
Nehmen wir es uns selbst als Aufruf, immer offen nach diesen Dingen zu suchen...

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Vergebung
von: davidhume
17.02.2008
in welcher Form? Für was? Übertretungen der göttlichen Gesetze? Dann wären wir ja wieder beim Zirkelschluss.

Übertretung weltlicher Gesetze? Nun, dafür gibt’s ja weltliche Gerichte. Und sollten diese Übertretungen trotzdem von Gott vergeben werden, dann gibt es ja keine Möglichkeit für dich, das auch wirklich zu merken (außer per Zirkelschluss, versteht sich).

Na ja...
von: Klara
28.02.2008
... wenn du bei rot über die Strafe gehst, ist das eine Gesetzesübertretung. Dafür kannst du eine Strafe bekommen, aber wenn nichts passiert ist, hast du dann ein schlechtes Gewissen? Muss dir dafür jemand verzeihen?

Wenn du aber jemanden ermordest, natürlich ist das eine Gesetzesübertretung, aber du hast etwas viel schlimmeres getan. Vergibt dir dein Opfer (auch wenn es schon tot ist…) dann, nur weil du deine Strafe im Gefängnis abgessen hast? Ist mit einer Verurteilung die Schuld einfach weg?

Nehmen wir einmal ein nicht so extremes Beispiel, z.B. wenn du jemanden betrügst oder anlügst. Das ist einfach ein Vertrauensbruch, nicht eine Gesetzesübertretung.

Für mich geht es nicht darum, ob ein Gesetz eingehalten wird, sondern darum, ob man jemandem damit schadet. Und das kann dir nur derjenige, den du verletzt hast tun. Wenn du jemandem etwas schlechtest tust, verletzt du damit auch Gott. “Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.” (Mt 25,44) Ich glaube, das gilt auch für Beleidigungen. Daher ist es auch Gott, der dir vergibt.

Aber...
von: davidhume
10.03.2008
...wenn du jemandem was schlechtes tust, sollte dann nicht diese Person dir vergeben? Wieso verlässt du dich drauf, dass ein übermenschliches Wesen schlussendlich dafür sorgen wird, dass die Dinge die du falsch gemacht hast, wieder bereinigt werden?

Und solltest du wirklich immer wenn du schlechte Dinge getan hast, dich dann bei den betreffenden Personen entschuldigen und um Vergebung bitten, wieso benötigst du dann noch Vergebung von Gott?

Anscheinend...
von: youmichi
26.01.2008
läuft es auf die Frage hinaus, ob es Gott gibt oder nicht… Der Papst hat übrigens dazu beim Besuch in Österreich beim Treffen mit der Regierung in der Hofburg einen Satz gesagt, den ich dazu sehr beachtenswert finde: “Zum europäischen Erbe gehört schließlich eine Denktradition, für die eine substantielle Korrespondenz von Glaube, Wahrheit und Vernunft wesentlich ist. Dabei geht es letztlich um die Frage, ob die Vernunft am Anfang aller Dinge und auf ihrem Grund steht oder nicht. Es geht um die Frage, ob das Wirkliche auf Grund von Zufall und Notwendigkeit entstanden ist, ob mithin die Vernunft ein zufälliges Nebenprodukt des Unvernünftigen und im Ozean des Unvernünftigen letztlich auch bedeutungslos ist oder ob wahr bleibt, was die Grundüberzeugung christlichen Glaubens bildet: In principio erat verbum – Am Anfang war das Wort – Am Beginn aller Dinge steht die schöpferische Vernunft Gottes, der beschlossen hat, sich uns Menschen mitzuteilen.” Also, ich bin lieber das Produkt einer Vernunft als eines Zufalls…
Habe
von: youmichi
26.01.2008
übrigens die “Nicht gehaltene Rede” des Papstes online gestellt… Zu finden unter “Faith-Papst&WJT”...
Das sind ja
von: davidhume
27.01.2008
eigentlich mehrere Sätze ;)

Aber wie immer liegt eben in der apologetischen Argumentation des Papstes der Hund begraben. Denn er stellt den Glauben auf eine Ebene mit der Wahrheit und der Vernunft. Dass die Wahrheit sich ebensowenig fassen lässt wie der Glauben, ist dabei nur ein Problem. Das Hauptproblem besteht hier darin, dass der Glaube als Legitimation einer Denkweise herangezogen wird. Die Wahrheit wird in Ratzingers Argumentation zum Produkt des Glaubens, die Vernunft ein aus christlicher Überzeugung entstandenes Konstrukt.

Dann zu argumentieren, dass alles, was nicht auf dieser Denkweise basiert, nicht vernünftig ist, ist ein leicht durchschaubarer Trugschluss.

gleichstellung?
von: Daniel
27.01.2008
Ich glaube eher umgekehrt. Im Drang des Menschen nach Erkenntnis und Wahrheit muss er sich auch rational mit dem auseinandersetzen was er glaubt. Wahrheit aber meint mehr als nur Wissen. Schon bei Platon kannst du nachlesen, dass das Erkennen des Wahren zu einem tugendhaften Leben führt. Und in dem sich Gott selbst offenbart, ja sogar Mensch wird zeigt er sich sogleich als das Gute. Duch diesen Guten, durch Jesus finden wir zum wahren Verständnis unseres Seins und unserer Welt. Die Wahrheit also, ist nicht ein Produkt des Glaubens, sondern findet im Glauben an den Logos, Jesus Christus, Antwort.
"Tugendhaft"
von: davidhume
28.01.2008
ist wie so vieles absolute Auslegungssache. Genauso wie die Exegese der Bibel reine Auslegungssache ist.

Die Wahrheit unserer Existenz begründet zu sehen auf einer von tausenden Exegesen eines Buches ist, gelinde gesagt, absoluter Wahnsinn.

Was macht
von: youmichi
28.01.2008
dich eigentlich so sicher, dass die Sache mit Jesus und der Bibel nicht stimmt? Dann müsste ja wirklich alles eine einzig große Lüge sein…
Sicher kann man...
von: Klara
28.01.2008
... das Wort “tugendhaft” verschieden auslegen. Wenn du wissen willst, was wir Christen darunter verstehen, lies die Bibel! Aber das willst du ja nicht, du meinst ja, die Bibel wäre ein völliger Unsinn und eine Lüge. Da kann ich dir leider nicht helfen. Obwohl ich vermute, dass du die Bibel nicht einmal wirklich kennst.
Ich hab...
von: davidhume
29.01.2008
schon ziemlich viel in der Bibel gelesen. Ich muss sagen, mit heutigen (meinen) Wertvorstellungen hat das ja nicht viel zu tun. Und ja, ich kenne das Argument, dass vieles davon symbolisch zu verstehen sei, aber mir erschließt sich trotzdem kein Sinn in einer Symbolik die aus der Opferung eines Menschen für Gott zu lesen ist.

Die Wandlung vom rachsüchtigen, egoistischen Gott des alten Testaments zum lieben Gott des neuen Testaments hat mich da auch nicht wirklich überzeugt.

Entweder du hast oder ich habe da etwas falsch verstanden...
von: Klara
29.01.2008
Gott ist Mensch geworden und hat sich für die Menschen geopfert, nicht die Menschen haben jemanden für Gott geopfert. Da ist ein wesentlicher Unterschied.

Ich glaube auch nicht, dass Gott sich gewandelt hat, sondern die Menschen, und daher auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Aber da frag bitte einen Theologen.

Ja, da hast
von: davidhume
31.01.2008
du was falsch verstanden. Das alte Testament ist zum Bersten voll mit Opfern aller Art. Die Menschwerdung Gottes ist ja ein Mythos des neuen Testaments, die Neuerfindung Gottes eben.

Zu sagen, die Menschen hätten sich geändert, ist allerdings wahr. Sollte es dir nicht zu denken geben, dass sich Gott immer nach den Menschen verändert, nicht umgekehrt?

Dass...
von: Klara
31.01.2008
... das alte Testament teilweise wirklich extrem brutal und grausam ist, weiß ich auch.
Für uns Christen...
von: youmichi
02.02.2008
ist das Alte Testament nur “im Hinblick” auf das Neue zu verstehen. Und das ist nicht einfach Interpretationssache, denn die grundlegende Aussage des AT ist, dass einmal jemand kommt, der alles neu machen wird. Die Menschen, die sich – wie man lesen kann – immer wieder von Gott und seiner Liebe entfernt haben, werden von Gott zur Liebe hingeführt. Genau denjenigen, die glauben, dass Gott brutal und grausam ist, hat er durch seinen Tod am Kreuz zeigen wollen, wie sehr er sich von uns brutal verletzen lässt, und uns trotzdem verzeiht, weil er den Menschen liebt. Und ich glaube nicht, dass es ein Mensch je erfinden könnte, dass die Erlösung von dem Bösen durch eine Situation passiert, in der offensichtlich das Böse gewinnt. Und dieser Widerspruch bleibt bis heute. Wie kann das Kreuz ein Zeichen für etwas Gutes sein…
Lieber Youmichi,
von: davidhume
04.02.2008
wenn wir schon beim Grundsätzlichen sind, will ich einfach mal so tun, als wäre ich d’accord mit der Prämisse, dass es einen Gott gibt.

Die Frage ist nun, wieso alles so kompliziert machen? Wieso braucht es den Glauben, wenn Gott in seiner Allmacht doch jedem Menschen offenbaren könnte, und zwar auf eindeutige, empirische Art und Weise, dass es ihn gibt. Ich spreche hier von Beweisen a la Schwerkraft aufheben, all das Böse auf der Welt besiegen, etc. Dann benötigt niemand mehr den Glauben, denn dann weiß ja jeder!

Und wenn Gott uns nach seinem Ebenbild erschaffen hat, wieso hat er uns dann Zweifel gegeben, der es erlaubt, dass so Menschen wie ich nicht an ihn glauben?

Eine schwierige Frage...
von: youmichi
05.02.2008
Ich habe das so verstanden, dass es ein Frage der Freiheit ist. Wahre Liebe setzt eine wirkliche Freiheit voraus. Sicher könnte Gott es so machen, dass alle ihn erkennen und daher glauben würden. Aber das ist gegen sein Prinzip seiner Liebe, die er uns sanft und leise anbietet, damit wir in Freiheit antworten. Diese Freiheit unseres Willens und durch unsere Fähigkeit des Verstandes macht ja gerade unsere menschliche Würde und somit die “Ebenbildlichkeit Gottes” aus… Gott bietet an – und das indem er sich offenbart. Er zeigt sich nämlich sehr wohl jedem Menschen – durch die Ordnung der Schöpfung, durch die Sehnsucht nach dem Unendlichen bis hin, dass er eben selbst Mensch geworden ist. Und das war eine konkrete Erfahrung einer Begegnung. Bis heute gibt es Phänomene, Wunder, Heilungen. Es gibt Menschen, die entgegen der Schwerkraft geflogen sind, in Paris liegt eine Klosterschwester nach fast 200 Jahren noch immer unverwest, eine Bekannte von mir ist vom Krebs geheilt worden, mein Bruder von einem Sehenriss, ein Häftling, den meine Eltern besuchen, ist durch das Gebet von Aids geheilt worden… Und trotzdem glauben die Menschen nicht wegen der Wunder… Der Glaube kommt nur durch die Begegnung mit Jesus. Und die ist für jeden, auch heute möglich. Wenn es Gott gibt, und da hast du recht, muss es möglich sein, ihn zu erfahren…
Wieso...
von: davidhume
05.02.2008
...ist es für Gott so wichtig, dass die Liebe des Menschen “wahr” ist? Und ist diese Liebe denn wahr, obwohl Menschen Gott lieben, eben weil sie wissen, dass sie sich durch diese Liebe einen Platz im Himmel erkaufen?

Die Frage die hier über allem steht ist doch weshalb es Gott denn nötig hat, dass der Mensch ihn liebt? Wieso eigentlich überhaupt diesen Umweg über das Leben, wenn wir es doch von Anfang an so schön im Himmel haben könnten? Wieso überhaupt Gelegenheit zur Sünde geben?

Was die Wunder angeht die du beschrieben hast, kann ich leider nur sagen, dass sie mich nicht überzeugen. Die nicht verwesenden Leichname diverser Heiliger sind für mich kein Gotteszeichen. Selbst wenn sie momentan noch unerklärt scheinen, ist es kein Grund darum gleich einen Gott dafür verantwortlich zu machen.

Menschen die durch Gebete von unheilbaren Krankheiten geheilt werden fallen eben auch nicht unter jene Art Wunder die mich überzeugen könnten. Wären von einem Tag auf den anderen ALLE Aidskranken geheilt, ja, das würde mich überzeugen. Und wieso sollte das nicht möglich sein, Gott ist ja allmächtig (und in diesem Fall ja auch der “Hersteller” der Krankheit).

Es ist ja nicht so...
von: Klara
05.02.2008
... dass Gott unsere Liebe braucht. Er liebt uns, deswegen wünscht er sich, das wir ihn auch lieben, aber er lässt uns diese Entscheidung frei. Er liebt uns, auch wenn wir ihm nichts dafür geben können.

Wenn jemand Gott nur liebt, um in den Himmel zu kommen, dann ist das doch keine wahre Liebe, da hast du schon recht. Aber wie soll man Gott etwas vormachen?

Ich glaube, dass unser jetziges Leben dazu da ist, um zu lernen und uns auf den Himmel vorzubereiten. Nicht nur das, wir sollen so leben, dass wir einen Himmel auf Erden möglich machen. (Ist das jetzt eh verständlich geschrieben?)

Zu deiner Bemerkung wegen Schwerkraft auflösen etc. : Ich glaube nicht, dass du dann plötzlich an Gott glauben würdest, du würdest bestimmt eine physikalische Erklärung dafür suchen. Außerdem sind meistens die unscheinbaren Wunder eigentlich die größten, nämlich die in den Herzen der Menschen.

Wenn
von: davidhume
06.02.2008
sich Gott nur wünscht, dass wie ihn lieben, es also keine Pflicht ist, wieso dann all diese Regeln? Wieso macht er es denn dem Menschen so schwer, wenn es auch einfach ginge. Und wieso überhaupt auf den Himmel vorbereiten müssen?

Die Sache ist die, wenn es nach dem Christentum geht, werden all die Gläubigen die alles so gemacht haben wie Gott es wollte, nach ihrem Tod im Himmel landen und dort auf ewig verweilen.

Wieso nicht gleich alle Menschen in den Himmel stecken? Wenn es dort so super zugeht, was hat Gott davon, die Menschen zu prüfen, ihnen Aufgaben aufzuerlegen und all das. Ist das nicht extrem kleinlich? Für ein Wesen das alles weiß und alles kann, wieso gibt er sich mit sowas überhaupt ab? Der Mensch hat davon keinen Vorteil, welchen Vorteil hat Gott davon?

Der Vorteil...
von: youmichi
07.02.2008
liegt darin, dass uns eine frei angenommene Liebe glücklicher macht, als eine automatische oder erzwungene. Wenn es nicht die Freiheit gibt – und das bis zur letzten Konsequenz – nein zu sagen, was ist das Ja dann wert? Das ist ja in jeder Freundschaft und Beziehung auch so. Die Freiheit macht uns menschlich und zugleich gottähnlich, aber es ist manchmal eine schwere Verantwortung, wie wir alle nur zu gut wissen… Gott hat aber, so glauben wir, überhaupt keinen Vorteil am Menschen. Für uns, die wir immer einen Nutzen an einer Sache suchen, ist das immer schwer zu verstehen. Aber Liebe ist zutiefst zweckfrei. Das ist auch, denk ich, was wir umsetzen sollten…
Aber damit
von: davidhume
07.02.2008
ist meine grundlegendste Frage noch nicht beantwortet: Wieso “schenkt” uns Gott überhaupt das Leben, das ja schon voller Stolpersteine ist, voller Regeln, etc., anstatt uns gleich ins Himmelreich zu lassen?

Wieso setzt er uns den Versuchungen des Teufels aus, anstatt uns gleich vor ihm in Sicherheit zu bringen? Wenn Gott selber keinen Nutzen davon hat, dass wir ihn lieben, wieso sollte es uns glücklicher machen?

Wäre es dir lieber...
von: Klara
07.02.2008
... wenn Gott uns dieses Leben nicht geschenkt hätte?

Wie wäre es, die Matura gleich alllen Schülern zu geben, ohne sie in die Schule zu stecken? Sie würden sich vieles ersparen, aber was hätten sie dann davon?

Was wäre dir lieber: Wenn du immer alles gut machen würdest, und nichts anderes könntest, oder wenn du einen freien Willen hättest und selbst entscheiden könntest, mit dem Risiko, dass diese Entscheidung falsch ist? Gott hat uns einen freien Willen geschenkt, weil er uns liebt. Ist das nicht das größte Geschenk? Was wäre die Liebe zu Gott wert, wenn wir es nicht freiwillig tun würden?

Ja, aber
von: davidhume
08.02.2008
wir drehen uns hier doch im Kreis, merkt ihr das nicht?

1.Aussage: Gott liebt uns, aber weil er uns SO liebt, gibt er uns den freien Willen, damit wir seine Liebe nur auf freiwilliger Basis erwiedern.

2.Aussage: In den Himmel kommt nur, wer Gott liebt, nach seinen Regeln lebt, etc.

Daraus folgt, dass Gott all die Menschen, die er so liebt die ihn aber nicht lieben, damit den Fängen des Teufels übergibt.

Nun die Frage: Cui bono? Was soll das alles. Wenn er allwissend, allmächtig und herzensgut ist, wieso all diese Umwege über freiwillige Liebe etc.? Und was den freien Willen angeht, schlussendlich ist er nur so frei, wie allgemein freier Wille gilt, nämlich in Relation zu den Möglichkeiten die uns gewisse Entscheidungen bieten.

Bin ich also überzeugter Christ, dann ist mein freier Wille sehr eingeschränkt, denn ich weiß ja, dass mich nur die Liebe zu Gott ins Himmelreich bringt.

Damit ist der sogenannte freie Wille den Gott dem Menschen mitgibt ein Lippenbekenntnis, das einzig und allein die Legitimation dafür sein soll, dass auf der Erde auch schlimme Dinge passiren (wieso Gott in seiner Allmacht und Güte dem Menschen dann aber SO VIEL ausgeübten freien Willen überlässt, ist wieder eine andere Frage.)

Hmm...
von: youmichi
09.02.2008
Ja wir drehen uns im Kreis… Aber ich denke um die eigentliche Mitte, nämlich der Frage nach Gott, und darum finde ich diese Diskussion echt interessant… Ich denke, in diesem Punkt kann ich dir Recht geben, dass es keinen wirklichen Grund, also keine Notwendigkeit, gibt, warum uns Gott erschaffen hätte sollen. Wahrscheinlich müssen wir uns hier von der Frage der “Nützlichkeit” einmal verabschieden. Dann bleibt nur das freie Geschenk übrig. Und der Glaube wäre dann die einfach die Annahme einer Realität. Woher kommt sonst die Sehnsucht nach dem Unendlichen? Woher kommt die Sehnsucht nach Liebe? Woher kommt unsere Fähigkeit des eigenen Selbstbewusstseins, unser Verstand? Zu deinem 2. Punkt, ich würde nicht gleich jeden “in die Hölle schicken”... Vielmehr geht es für mich darum, das es einen durchdachten Plan gibt für unser Menschsein, den ich immer mehr entdecken möchte. Jede Maschine hat eine Betriebsanleitung, um jede Funktion ihrer Bestimmung zu erfahren. Was denktst du, was die Bestimmung des Menschen ist?
Nun,
von: davidhume
10.02.2008
du gehst davon aus, dass die Sehnsüchte die du beschreibst, inhärent sind. Allerdings gibt es keinen Grund, davon auszugehen. Sehnsucht nach Unendlichkeit, nun, ich kenne das nicht, ich weiß auch nicht, was du damit meinst. Dass wir ewig leben wollen? Unser Verstand, beziehungsweise unser Bewusstsein, ich weiß nicht, wieso das als Zeichen einer Schöpfung betrachtet werden soll.

Und was deine Suche nach einer Bedienungsanleitung angeht, nun, eine Anleitung würde uns nur zeigen, wie wir funtionieren, und das erledigt eigentlich die Wissenschaft recht gut. Was du da beschreibst, ist mehr die Sehnsucht nach einem Fernsehprogramm, das dir sagt, was in Zukunft mit die geschehen wird.

Jetzt mal ganz nüchtern betrachtet: Der einzige “Beweis” für die Schöpfung findet sich in der Bibel, einem Buch das vor hunderten von Jahren von mehreren Personen über einen längeren Zeitraum geschrieben wurden. Dieses Buch widerspricht sich selbst an mehreren Stellen. Wieso sollte ich heute, mit all den Erkenntnissen die mir die Wissenschaft bringt, mich auf dieses Buch stützen um mein Leben zu begehen? Abgesehen von deinem Glauben an diese Bibel, bist du selber wahrscheinlich auch nicht so leichtfertig was das Schenken deines Vertrauens angeht, oder?

Ich schenke...
von: youmichi
11.02.2008
jenem Menschen Vertrauen, dessen Leben sozusagen “gelungen” ist und persönlich Reife haben… Jesus war so ein Mensch. Und viele Menschen, die seine Botschaft ernst nehmen. Zumindest ist das meine Erfahrung. Übrigens, die Wissenschaft hat mir noch nicht erklären können, wie Liebe funktioniert bzw überhaupt was Liebe und das Leben ist…
Du
von: davidhume
11.02.2008
schenkst aber nicht nur den Taten Jesu dein Vertrauen, sondern auch der Annahme, dass er der Sohn Gottes ist. Darin besteht ein profunder Unterschied.

Was die Liebe und wissenschaftliche Beweisführung angeht, nun, ich hab nicht behauptet, dass die Wissenschaft auf alles eine Antwort hat. Diese Antwort allerdings in einem noch widersprüchlicheren, noch weniger greifbaren und beweisbaren System zu suchen (und zu behaupten sie gefunden zu haben) ist für mich absurd.

Wo sonst...
von: youmichi
12.02.2008
möchtest du nach dem Sinn unserer Existenz suchen, wenn nicht in der Religion? Die Naturwissenschaften beschreiben das, was existiert, geben aber keine Erklärung für Grund und Ziel. Warum bist du eigentlich so überzeugt, dass Jesus nicht Gottes Sohn war/ist? Wie kommst du zu deiner Annahme, dass nur das existiert, was beweisbar ist? Um wieder zum Kern zu kommen: Ist Liebe beweisbar?
Ich
von: davidhume
12.02.2008
bin nicht der Meinung, dass es unbedingt einen Grund und einen Sinn geben muss. Darum hab ich auch kein Verlangen danach, diesen Grund in einer Religion zu suchen.

Ich bin übrigens nicht überzeugt davon, dass Jesus nicht Gottes Sohn ist, ich halte es nur für völlig unnötig, so etwas überhaupt zu behaupten, da es weder zu beweisen, noch zu belegen ist.

Und was die Liebe angeht, wie gesagt, Liebe ist ein Konzept, das vom Mensch benannt wurde. Aus welchen Teilaspekten sich die Liebe nun zusammensetzt, seien es Lust, Gewohnheit, chemische Prozesse, etc. oder ob es eine Sache ist, die vielleicht irgendwann noch eleganter zu erklären ist, das hat mit dem Glauben an einen Gott nichts zu tun.

Strom kann ich auch nicht sehen, trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass er direkt von Gott ausgeht.

Dafür...
von: youmichi
13.02.2008
dass du keinen Grund oder Sinn suchst, diskutierst du aber gerne;-)
Tja,
von: davidhume
13.02.2008
es geht mir bei dieser Art der Diskussion ja nicht darum, Sinn zu finden, sondern herauszufinden, weshalb Menschen wie Du Sinn in einer Religion finden.

Und als kleine Hilfe für Dich, mich zu verstehen: Überleg dir, weshalb du an Deinen einen, christlichen Gott glaubst, und nicht an all die anderen Götter die von anderen Menschen verehrt werden und wurden. Wenn du diese Gründe beisammen hast, verstehst du vielleicht auch, weshalb ICH nicht an DEINEN Gott glaube.

Weil...
von: youmichi
14.02.2008
in keiner anderen Religion Gott Mensch geworden ist und ich ihm nirgendwo sonst so begegnen kann, wie in der Eucharistie. Weil nirgendwo sonst sich Gott für mich so klein macht, um mir nahe zu sein. Weil Nirgendwo sonst Vergebung so deutlich zum Vorschein kommt und spürbar wird. Weil ich die Menschen, die dem Christentum entsprechend leben – und zwar wirklich – nachahmenswert finde…
Du
von: davidhume
15.02.2008
schreibst immer davon, was die anderen Religionen alle nicht können oder haben.

Findest du es nicht komisch, dass der Glaube an die eine oder andere Religion beinahe immer im Zusammenhang mit dem geographischen Standort eines Menschen steht?

Müsste eine so “wahre” Religion wie deine nicht den Anspruch haben, dass auch automatisch alle Menschen die nicht in christlichen Ländern geboren sind, zum Christentum konvertieren?

Und was die Menschwerdung angeht, nun, da waren die antiken Griechen dem Christentum ja um Einiges voraus. Da waren im Grunde ALLE Götter und Göttinnen antropomorph. Wenn dir das so gefällt, wieso betest du dann nicht die antiken griechischen Götter an?

Deine Beweggründe wie die Eucharistie, Vergebung, etc. enttäuschen mich ein wenig. Ich hätte mir von dir erwartet, dass du mir ECHTE Gründe nennen kannst. Was du sagst ist entweder wieder ein Produkt des Zirkelschlusses oder ist so vage, dass des im Grunde für jede Exegese einer jeden Religion gelten kann.

Versuch doch mal, dir WIRKLICH Gedanken darüber zu machen und außerhalb deines dir seit Jahren eingetrichterten Denkmusters Antworten zu finden.

Ich habe...
von: youmichi
15.02.2008
in deinen Statements noch keine Gründe gefunden, warum es besser wäre, nicht zu glauben… Gerade die Vergebung ist ein Grund, der mit einer echten Erfahrung zusammenhängt. Und das nicht nur persönlich, sondern bei so vielen Menschen.
zum zitat in der welt
von: MrCinci
25.01.2008
wie jeder lesen kann, zitiert der damalige Kardinal Ratzinger zwei Menschen, von denen man erwarten koennte, dass sie sich gegen eine Rechtfertigung des Urteils wenden. Dem ist nicht so, warum? Offensichtlich sind ein romantischer Marxist und ein skeptischer Agnostiker in der Lage, sich in die Welt der Wissenschaft zur Zeit des Galileo hineinzuversetzen, um zu erkennen, dass Galileo irrational argumentierte. Das Problem Galileo laesst sich nicht so einfach in eine generelle Kirchenkritik aller Hexenverbrennung und Kreuzzuege einordnen! Ratzinger Unwissenschaftlichkeit vorzuwerfen ist unzutreffend, denn in dieser Thematik gibt es kaum einen anderen, der aehnlich klare Argumentationen und Analysen liefern koennte. Die wissenschaftliche Erkenntis des Galileo war ohnehin vielen Gelehrten damals schon bewusst. Es ging um Galileos Methodik und Didaktik. Und wieder: es ist nicht zielfuehrend, aus heutiger Sicht zu urteilen, denn keine Generation kann fuer sich den hoechsten Grad der Erkenntnis beanspruchen. Die Kirche war damals identisch mit der Wissenschaft, mit anderer Strategie haette Galileo seine Erkenntnisse besser publizieren koennen. Ich halte es fuer ignorant, die kirchliche Lehre fuer unvereinbar mit eine wissenschaftlichen Grundhaltung zu erklaeren. Ich forsche momentan im biomolekularen Bereich und bin ueberzeugtes Mitglied dieser “indoktrinierenden Vereinigung”. Also, davidhume und kollegen, es gibt noch viel zu lesen fuer euch, z.B. die Enzyklika “fides et ratio” – einfach mal googeln, lohnt sich,.... und nicht mehr so schnell pauschalisieren, ok? :-)
Ja, damals...
von: Klara
25.01.2008
... war nicht nur die Kirche das Problem, es war auch so, dass das heliozentrische Weltbild noch nicht so ganz ins Detail erforscht war und z.B. noch nicht die Gravitation bekannt war. Auch waren teilweise die Berechnungen der Astronomen, die das heliozentrische Weltbild hatten, ungenauer waren…

Außerdem waren (soweit ich weiß) Galileo, Newton und Darwin, die viele atheistische Wissenschaftler als Vorbilder oder wichtige Personen bezeichnen, selbst gläubige Menschen!

Lieber gläubiger Wissenschaftler,
von: davidhume
25.01.2008
ich glaube kaum, dass ich es nötig habe eine Enzyklika zu lesen. Das Problem ist ja nicht, dass ich nicht verstehe, dass der Papst eine gewisse Bringschuld hat, wenn es darum geht, den Glauben in ein rationales Konstrukt zu pressen.

Wenn allerdings der Papst als Argument nimmt, dass die Kirche sich gegen die von Galileo aufgestellten Thesen gewehrt hat, weil es dann den Zusammenbruch der Zivilisation bedeutet hätte, ist es noch immer keine Rechtfertigung. Wie immer herrscht hier eben der Zirkelschluss vor. Drum brächte mir die Lektüre der Enzyklika ungefähr so viel wie wenn dir als Gläubigem ein Wissenschaftler auf wissenschaftliche Methode beweist, dass es keinen Gott gibt.

Und Klara, was den Stand des heliozentrischen Weltbildes zur Zeit Galileis angeht, natürlich gab es noch nicht die Fülle an Detail. Aber wieso das Kind mit dem Bade ausschütten? Wohl nur um sich die Macht zu sichern, die die Kirche damals hatte.

zirkelschluss
von: MrCinci
25.01.2008
lieber davidhume, dann liess doch die zitierten marxistischen und agnostischen Betrachtungen und sei beruhigt, schon viele Atheisten haben zum Glauben gefunden, ohne die Vernunft aussen vor zu lassen. Eine Bringschuld hat der Papst ueberhaupt nicht, spaetestens seit den griechischen Philosophen ist ein rationales Konstrukt fuer den Glauben gegeben. Wie gesagt, es gibt noch viel zu lesen ;-)
Agnostiker
von: davidhume
25.01.2008
und Marxisten sind für mich keine Kapazitäten auf dem Gebiet der Religionswissenschaft.

Was rationale Konstrukte für Glauben angeht, wie gesagt, wir bewegen uns damit ständig im Zirkelschluss. Gerade für einen Gläubigen sollte ja ein rationales Konstrukt nicht nötig sein, und einen Atheisten kann auch das Gefäß nicht überzeugen, wenn der Inhalt nicht stimmt.

Ach,
von: davidhume
25.01.2008
und was die Bringschuld angeht: die liegt natürlich beim Papst. Bevor er keine Beweise bringen kann, die FÜR den Glauben an einen Gott sprechen (abgesehen natürlich vom Bezug auf die Bibel, was natürlich auch nicht als Beweis gilt), gibt es ja keinen Grund daran zu glauben.
Wie willst du beweisen...
von: Klara
25.01.2008
...dass es Gott nich gibt? Das ist genauso unmöglich wie lückenlos zu beweisen, dass es Gott gibt!

Ich wollte mit vorhin nicht sagen, dass die Kirche im Recht war, weil in diesem Fall war sie es nicht.

Gott mit Vernunft beweisen?
von: -Maria-
26.01.2008
Hallo, ich bin der Ansicht, dass es nicht möglich ist, Gott allein mit Vernunft zu beweisen, und an diesem Problem sind auch schon viele Philosophen gescheitert. Gott entzieht sich unserem Verstand, er ist zu groß, dass wir ihn begreifen können. Also hört doch endlich auf, beweisen zu wollen, dass es ihn gibt. Man muss das tief in sich drinnen spüren, dass es ihn gibt, oder man verschließt sich eben vor ihm. Ob man jetzt an ihn glaubt, muss jeder persönlich für sich entscheiden.

Ich bin daher auch der Ansicht, dass man Gott in naturwissenschaftlichen Diskussionen weglassen sollte, ich meine damit nicht, dass wir ihn davon ausschließen sollen, aber die Naturwissenschaft beschreibt die Welt, und zwar die vermessbare Welt, und Gott ist eben mit rein wissenschaftlichen Methoden nicht fassbar.

Maria

Ich sehe nur...
von: youmichi
23.01.2008
dass 200.000 Menschen, vor allem Studenten, sich auf die Seite des Papstes gestellt haben. Darum finde ich ein Diskussion darüber gut…
einfach unhoeflich
von: MrsCinci
23.01.2008
Galilei hin oder her – es ist schlicht und einfach unhoeflich, einen Besuch auszuladen, nur weil er vielleicht unangenehm werden koennte. Nur wenn der Dalei Lama kommt, machen alle einen Purzelbaum. Vielleicht ist der eben nicht so “unangenehm”. Viva il Papa!
Ich denke mal,
von: davidhume
24.01.2008
es gibt Zeiten, da sollte Höflichkeit nicht die höchste Priorität sein.

Außerdem ist es gut, dass die Menschen erkennen, dass es einfach nicht richtig ist, jemandem a priori so viel Ehrfurcht entgegen zu bringen, egal ob es sich nun um den Papst oder andere Vertreter von Glaubensrichtungen handelt.

Ich finde...
von: Klara
24.01.2008
...man sollte jedem Menschen gegenüber einen gewissen Respekt haben und ihn höflich und freundlich behandeln, auch wenn man nicht einer Meinung mit ihm ist! Sicher, wenn man jemanden nicht mehr kritisieren oder ihm nicht widersprechen darf, dann ist das auch nicht richtig, aber ein bestimmtes Maß an Höflichkeit hat noch nie geschadet.
na wenn wir schon
von: -Maria-
22.01.2008
bei dem Thema Kirche und Wissenschaft sind: “Vielleicht wollen solche Leute deshalb nicht hören, weil sie Angst haben, dass einer an einer schwachen Stelle zieht?” (Ziat aus obigem Kommentar) Das zu diesem Thema zu sagen, finde ich etwas gewagt, denn genau dasselbe traf in der Renaissance auf Leute wie Galilei und Bruno zu, nur dass die Rollen vertauscht waren. Und dass die Kirche zu Unrecht viel radikaler vorgegangen ist.
Was Galilei betrifft,...
von: Klara
22.01.2008
... finde ich, dass die Kirche schon ziemlich starrsinnig war. Nur weil es das damalige Weltbild auf den Kopf gestellt hat? Das hat Jesus doch eigentlich auch… Nicht wissenschaftlich vielleicht, aber doch.

Ich kann den Widerspruch, den viele Leute zwischen Wissenschaft und Religion sehen, nicht verstehen. Man kann doch auch Christ sein und trotzdem vernünftige, wissenschaftliche, aufgeklärte Ansichten haben.

Kritische Meinungen
von: davidhume
22.01.2008
sollten geäußert werden, klar. Dass der Standpunkt des damaligen noch-Kardinals Ratzinger aber völlig gegen eine wissenschaftlich aufgeklärte Lehre ging, hat dann mit kritischer Meinung nichts mehr zu tun.

Ich halte es für angebracht, dass sich auch mal die wissenschaftliche Lehre gegen die Indoktrinierung einer Vereinigung wehrt, deren Grundfeste sich mit einer wissenschaftlichen Einstellung einfach nicht vereinbaren lassen.

Wenn dann Sätze fallen wie: „Die Wahrheit macht gut, und das Gute ist wahr: Dies ist der Optimismus, der im christlichen Glauben lebt.“ fühle ich mich auch in meiner Ansicht bestätigt.

Ein Zirkelschluss hat noch nie ein gutes Argument abgegeben.

Weißt du...
von: youmichi
22.01.2008
was der Papst damals gesagt hat? Und welchen Grund gibt es, seinen Standpunkt als nicht wissenschaftlich zu bezeichnen?
Ja,
von: davidhume
22.01.2008
ich weiß was er damals gesagt hat, ist nämlich hier nachzulesen: http://www.welt.de/politik/article1556958/Das_umstrittene_Papst-Zitat_von_Josef_Ratzinger.html

Dass das nicht wissenschaftlich ist, ist offensichtlich. Ratzinger argumentiert ja damit, dass die Folgen eines Zugeständnisses zugunsten Galileos heftige Folgen gehabt hätte, allerdings nur im rein soziologischen Rahmen. Die Tatsache, dass damit die wissenschaftliche Erkenntns Galileos negiert wurde, scheint ihm ziemlich egal zu sein.

An "davidhume":
von: schwerelos
22.01.2008
Ich kenne mich hier zwar überhaupt nicht aus,aber einen Zeitungsartikel zu zitieren, der ein Zitat aus dem Gesamtkontext reißt, und dann noch zu behaupten, zu wissen, was damals gesagt wurde, ist schon ein wenig vermessen, findest du nicht, “davidhume”?
Das...
von: Riddler79
22.01.2008
... bei so manchen Kommentaren, die hier von der youmagazin redaktion veröffentlicht werden, davidhume vorzuwerfen, ist schon fast komisch.
An "Riddler79":
von: schwerelos
22.01.2008
Die hüllen sich wenigstens nicht in den Deckmantel der Wissenschaftlichkeit, wenn ich mir das hier so ansehe. Aber egal.
"schwerelos",
von: davidhume
22.01.2008
da du ja selbst zugibst, dich nicht auszukennen, wäre es ja vielleicht hilfreich, zuerst mal etwas über die Sache zu lesen die du kommentierst.

Was meine Wissenschaftlichkeit angeht, das ist doch kein Deckmantel. Ich betrachte kritisch und komme zu einer Meinung die auf der Auswertung der Fakten besteht. Nicht mehr und nicht weniger.

Den...
von: Riddler79
22.01.2008
...Vergleich Deckmantel der Wissenschaftlichkeit kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Vernünftig nach Fakten zu argumentieren und Beweise für Behauptungen zu suchen ist doch im Sinne der Aufklärung und nicht falsch, oder?

 

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