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01.08.2007

Bibel im Aufschwung

Trendwende

aus: www.kath.net, 31.07.2007

Reading (www.kath.net / idea) Erstmals seit 2002 ist die Verbreitung der Heiligen Schrift in gedruckter Form im vorigen Jahr wieder gestiegen. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Weltbunds der Bibelgesellschaften (Reading/England) hervor. Insgesamt wurden 2006 weltweit 393,1 Millionen Bibeln und biblische Schriften verbreitet.

Das waren 20,5 Millionen mehr als 2005, eine Steigerung um 5,5 Prozent. Im Jahr 2002 waren noch 578 Millionen Exemplare der Heiligen Schrift verbreitet worden; seither war die Zahl stetig gesunken. Seit dem Jahr 2000 (633,3 Millionen Exemplare) ging die Bibelverbreitung sogar um 38 Prozent zurück.

Im Jahr 2002 hatte es ein kleines Zwischenhoch gegeben. Im vorigen Jahr wurden 25,7 Millionen vollständige Bibeln und 13,7 Millionen Neue Testamente verbreitet. Der Löwenanteil entfiel auf Bibelteile.

Die meisten biblischen Schriften wurden in Nord-, Mittel- und Südamerika unter das Volk gebracht, gefolgt vom asiatisch-pazifischen Raum, Afrika sowie Europa und dem Mittleren Osten. Zum Weltbund gehören 145 Bibelgesellschaften in rund 200 Staaten.

YOU! Kommentar...

von: David Schwarzbauer

Man stelle sich einmal vor, diese 393,1 Millionen Bibeln werden von 393,1 Millionen Menschen auch tatsächlich gelesen und - wait for it - sogar beherzigt und befolgt! Unvorstellbar, was das für einen Einfluss auf das Bild der Erde hätte.

Aber die Gesellschaft spricht leider auf wundersame Hexenmärchen und phantastische Geistergeschichten mehr an, als auf historisch belegte Erzählungen über seinen Schöpfer und dessen Volk und Richtlinien für das beste Leben, das sich ein Mensch vorstellen kann. Zumindest habe ich noch nie gesehen, wie hunderte Menschen als Adam, Ester, Moses, Maria Magdalena, Johannes und Maria verkleidet die Nacht vor einem Bücherladen verbracht haben, um in aller Herrgottsfrühe den Verkauf der neuesten Bibelauflage mit einem Countdown anzufeuern und dann mit einem Exemplar unterm Arm und einer Freudenträne unter den Augenringen befriedigt nach Hause läuft...

Doch letztlich zeigt sich darin wahrscheinlich nur, dass Bibelleser ob der Seriösität und Bedeutung der Geschichten in der Bibel Bescheid wissen und es nicht nötig haben, ein wenig "Lei, Lei" und "Tralala" an den Tag zu legen, um der lächerlichen Euphorie ein wenig Substanz zu verleihen. Oder so.

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Harry Potter vs. Bibel?
von: -Maria-
19.01.2008
Auch wenn der Artikel schon älter ist (und ich ihn bisher übersehen hatte), David (Schwarzbauer), eines hast du bei deinem Vergleich zwischen Harry Potter und der Bibel vergessen: Harry Potter-Bücher gibt es erst seit wenigen Jahren und in 50 oder 100 Jahren wird wahrscheinlich kaum jemand mehr dieses Buch lesen, und erst recht nicht so einen Trubel machen. Die Bibel dagegen ist bereits, je nach dem welcher Teil, zwischen ca. 2500 und 1800 Jahre alt! Und sie wird noch immer gelesen.

Maria

David...
von: davidhume
16.01.2008
...manchmal ist’s echt bestürzend, wie sehr du bei gewissen Dingen beide Augen geschlossen hältst.

“Aber die Gesellschaft spricht leider auf wundersame Hexenmärchen und phantastische Geistergeschichten mehr an, als auf historisch belegte Erzählungen über seinen Schöpfer und dessen Volk und Richtlinien für das beste Leben, das sich ein Mensch vorstellen kann.”

Tja, hängt vielleicht damit zusammen, dass die Märchen die einem in der Bibel aufgetischt werden einfach nicht gut genug erzählt werden. Ach, und von historisch belegten Erzählungen im Bezug auf die Bibel, altes wie neues Testament zu sprechen, ist ein wenig lächerlich. Alles was einigermaßen belegt ist, ist die Tatsache, dass irgendwann mal ein Mann namens Jesus gelebt hat. Von daher wäre z.B. auch eine gottgleiche Verehrung von Alexander dem Großen absolut gerechtfertigt.

Die Bibel ist kein Märchen!
von: Klara
16.01.2008
Frag einmal einen Deutsch-Professor, was ein Märchen überhaupt ist…

Ein Großteil der Bibel ist allerdings tatsächlich historisch belegt, alles natürlich nicht. Ob du an Gott glaubst oder nicht, ist eine Sache des Glaubens, aber auch wenn du nicht an Gott glaubst, heißt das noch lange nicht, dass die Bibel ein Märchen ist. Die Bibel ist grundsätzlich ein Glaubensbuch, aber es finden sich darin sehr viele verschiedene Textsorten: historische Berichte, Mythen, Gebete, Lieder, Gedichte, Gesetzestexte, Gleichnisse, ... Wenn du dich auch nur annähernd damit beschäftigt hättest, würdest du nie so einen Blödsinn schreiben.

Äh, ja
von: davidhume
18.01.2008
...dass die Bibel eine Sammlunge einer Menge unterschiedlicher Textsorten ist, ist klar. Dass sie dadurch aber historisch belegbarer wird, beziehungsweise diese dadurch eine Art Wahrheit beinhaltet, hat damit gar nichts zu tun. Glaube hin oder her.

Was die verschiedenen Bausteine des Christusmythos angeht, vielleicht hilft dir ja diese Seite weiter: http://www.entheology.org/POCM/

Sicher,...
von: -Maria-
19.01.2008
...unsere Traditionen und Bräuche sind teilweise von den Römern, Griechen, Kelten, Germanen und anderen Völkern übernommen worden, aber was hat das damit zu tun, ob das, was in der Bibel steht, wahr ist. Und soweit ich weiß, ist die Bibel ein von Historiker anerkanntes Dokument. Zweifelst du etwa andere Schriften aus dieser Zeit genauso an? Ich wette, nein. Nur weil es die Bibel ist und du musst der Kirche immer widersprechen.

Wer würde sich die Bibel einfach so ausdenken? Was hätte das für einen Sinn? Vor allem: Welches andere Buch kennst du, dass schon so alt wird und immer noch aktuell ist?

Oder, wie es in der Bibel steht: “Darum rate ich euch jetzt: Lasst von diesen Männern ab und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten; sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen.” Apg 5,38-39 Aber da du die Bibel ja für eine Lüge hältst, wird die das wohl egal sein.

Sch...
von: Klara
19.01.2008
Jetzt habe ich unabsichtlich unter deinem Account geschrieben, Maria!!! Sei mir bitte nicht böse, das war ich!
Brauchtum und Traditionen
von: davidhume
21.01.2008
...haben ja damit nichts zu tun. Es geht darum, welche Mythen, Gotteslegenden und Sagen alle in dem einen Christusmythos stecken. Allein das sollte dir ja zu denken geben.

Was die Historizität der Bibel, besonders des neuen Testaments angeht, kann ich dir nur raten, dich mal mit Wissenschaftstheorie und Wissenschaftskritik auseinander zu setzen.

Ich bezweifle natürlich jeden antiken oder auch jüngeren Text von dem ich denke, dass er nicht authentisch sein könnte. Was genau nun am neuen Testament von Historikern bezeugt wird, ist auch wieder eine ganz eigene Geschichte. Die Tatsache, dass es einen Mann gab, der Jesus hieß? Oder vielleicht die Tatsache, dass Josef in die Heimatstadt seiner Vorfahren ziehen musste um sich zählen zu lassen?

Selbst wenn zb die oben genannten Dinge so passiert sind, sind sie noch kein Grund dafür, dass ich daran glaube, dass jener Jesus von den Toten auferstanden ist.

Und was deine Frage angeht, wer sich so etwas ausdenken würde, dazu ein kleines Zitat:

“Der gemeine Mann betrachtet die Religion als richtig, der Weise als falsch und der Politiker als nützlich.” – Seneca d.J.

Ob Jesus von den Toten auferstanden ist, ...
von: Klara
21.01.2008
... ist eine Glaubenssache, das kann niemand beweisen.

Wenn du damit aussagen willst, dass ich dumm bin, weil ich an Jesus Christus glaube, dann halte mich ruhig für dumm. Allerdings sehe ich, dass du sehr tolerant gegenüber Religionen und anderen Meinungen bist!

Liebe Klara,
von: davidhume
22.01.2008
natürlich will ich nicht sagen, dass du dumm bist, nur weil du an JC glaubst. Allerdings hilft es manchmal, die Dinge von außen zu betrachten und sich zu überlegen, wer vielleicht einen Nutzen davon haben könnte, dass die Menschen sich in einer Religion wohlfühlen.

Um es wie Davidyou zu machen: “Cui bono?”

Und manchmal...
von: Klara
22.01.2008
...hilft es auch, die Sachen vom Standpunkt eines anderen zu betrachten! Da hast du schon recht. Wobei ich dir leider auch recht geben muss, ist, dass viele Politiker u. a. die Religion zur Manipulation von Menschen missbraucht haben und immer noch tun. Deswegen finde ich auch, dass man alles immer kritisch betrachten sollte. Trotzdem glaube ich an Jesus Christus!
Wer vom Christentum einen Nutzen haben könnte?
von: Klara
05.02.2008
Selbst, wenn ich mich einmal in deinen Standpunkt hineinversetze und sage, es gibt keinen Gott, hätte es dennoch einen Vorteil, wenn alle Menschen wirklich christlich leben würden. Damit meine ich jetzt, wirklich nach dem Evangelium. Dan würde die Welt nämlich ganz anders aussehen und wir wären dem Reich Gottes viel näher. (bzw., von deinem Standpunkt betrachtet: Es gäbe nicht mehr so viel Leid und Hass auf der Welt.)
Herzlichen Dank!
von: Theresia
31.08.2007
... für die wahren Worte, herzerfrischend und niveauvoll geschrieben :) Als Mutter eines Abo-Neulings und absoluter ‘You-Anfänger’ werde ich in Zukunft gerne öfter auf eurer Homepage vorbeischauen oder mit meiner Tochter in ihren You-Magazinen schmökern… Liebe Grüße Gabriela Eberstaller

 

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