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Hoffnung
von Michael Cech
Die Streifen, Punkte und Totenköpfe sind zum gewohnten Bild in unserer Mode geworden. Ein Markenzeichen der Emo-Generation.
Auch wenn vielfach bei zahlreichen Teens bloß die Mode im Vordergrund steht, geht es ursprünglich um eine Lebenseinstellung. Abgeleitet wurde das Wort aus einem Musikstil, dem „Emotional Hardcore“.
Es geht um Emotionen. Vor allem um die Gefühle von Verzweiflung und Trauer. Einfach das Gegenteil von dem, was die Hollywood-Shiny-Sternchen vorzumachen versuchen. Da ist es viel ehrlicher, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die es einfach gibt, nach außen zu tragen: Die Haare werden oft schwarz gefärbt, die Augen ebenso schwarz umrandet. In einer Welt, wo sich alles nur um das „perfekte Leben“ dreht, machen sich Emos Gedanken über den Tod. Aber auch Liebe und Freundschaft sind ihnen wichtige Themen. Die kleinen bunten Details der Mode, wie Maschen und Streifen, sind ein kleiner Hinweis dafür.
Sich als „wahrer“ Emo zu bezeichnen, bedeutet, sich einem gewissen Klischee zuordnen zu lassen. Viele wissen von Emos eben nur, dass sie „dauernd depressiv sind, zu Hause sitzen und weinen“. Sicher, die Beschäftigung mit Tod und Trauer ist nicht unbedingt etwas, was sich fröhlich anhört. Aber bei den meisten Emos ist ihre Einstellung eher eine Gegenreaktion zu der allgemeinen Oberflächlichkeit unserer vielleicht übertriebenen Wellness-Kultur. Dem Leid und dem Schmerz kann man eben nicht davonlaufen. Manche Jugendliche wiederum fühlen sich vom Emo-Gedanken angezogen, weil sie Schmerz und Trauer wirklich hautnah erleben oder erlebt haben. In der Suche nach Erlösung von ihrem inneren Schmerz ziehen sie manchmal einen äußeren Schmerz vor oder sehnen sich sogar nach dem Tod. Das Aufritzen der Arme und Suizidgedanken sind dann eine Antwort, die sie zu geben versuchen.
Auch wenn diese Dinge nicht automatisch jeden Emo betreffen, eines zeigen sie doch: Die große Sehnsucht nach einer letzten Hoffnung, die jeden Schmerz überwindet. Die Sehnsucht nach einer Liebe, die lieber selbst stirbt, als uns zu verletzen. Wir Christen glauben an jene Liebe, die sich für uns die Arme, den ganzen Leib hat aufritzen lassen. Die Hände wurden durchbohrt, damit das Blut unseren Schmerz aller Verletzungen hinwegnimmt. Wer liebt, macht sich verletzlich. Gott hat sich am Kreuz unendlich verletzlich gemacht. Genau das bedenken wir in dieser Jahreszeit um Ostern. Am Karfreitag hat sich Jesus für uns verletzen und verbluten lassen. „Durch seine Wunden sind wir geheilt“, so sagt es ein alter Bibelvers. Vielleicht mag das eine Antwort auf die folgenden Gedichte sein, die wir auf der Emo Internetseite „www.emostar.de“ gefunden haben. Eine vielleicht etwas andere Meditation zur Fastenzeit...
Emo Gedichte
(von www.emostar.de)
Die Erlösung
Die Erlösung ist nah,
der Engel der Befreiung da.
Er reicht mir die Hand zu einem anderen Land,
kein Kummer, Leid und Schmerzen,
bin verbannt aus euren Herzen.
Ihr habt mich im Stich gelassen.
Seitdem fing ich an, euch zu hassen.
Ich geh mit ihm und find das ewige Glück,
nun kehre ich nie wieder zurück.
Narben
Narben
auf meinen Körper
Narben
auf meiner Seele
Narben
im Spiegel
in meinen Herzen
Narben
sie zeigen meine Schmerzen
Narben
sind so schön und vollkommen
du kannst nicht verstehn die
Narben
auf meiner Haut
und kannst nicht sehen die Narben in mir
denn sie sind auch hier
in meinen Herzen
siehst du denn nicht diese Schmerzen
wie sollt du dann auch verstehen?
wenn du es nicht mal kannst sehen
Wunden
Mir wird alles zu schwer,
will dieses Leben nicht mehr.
Sehe mein Leben... es ist wahr,
sehe darauf mein Blut so schön und klar.
Der Schmerz so wunderbar.
Er befreit mich,
aus meinem Selbsthass aber nicht.
Immer wieder ein Schnitt in meiner Haut,
denn die Stimme des Lebens wird so laut.
Ein Lächeln auf meinem sonst so toten Gesicht,
sehen werdet ihr es nicht.
Das Blut so rot,
das Blut erzählt mir vom Tod.
Will aus dieser Hülle raus,
das Blut reicht mir nicht mehr aus.
Der andere Arm ist auch dann dran,
Sehe die Tropfen an.
Paar Sekunden sie mich von meiner Angst lösten,
nur sie können mich noch trösten.
Sterben
sterben... aufhören zu atmen
endlich vorbei
kein Trouble mehr, keine Schmerzen
keine Gedanken mehr
die dich innerlich kaputt machen
dein Gehirn durchlöchern und dich innerlich auffressen
aber was kommt danach?
ist es wirklich vorbei?
komme ich wirklich in den Himmel
oder kommt die Hölle?
und alles wird schlimmer als vorher?
keine Ahnung
ist es vielleicht das, was mich davon abhält
oder sind es doch andere Sachen?
es ist nicht die angst vorm Sterben
sondern der Wunsch
zu leben wie...
Kirschbäume
Sie sind wunderschön...
Wie ihre Blüten vom Wind sanft davongetragen werden...
So leicht und frei...
Ein Gefühl, das mir leider fremd ist!
Mein ganzes leben erscheint mir so sinnlos...
Ich hasse es!
Ich sehe kein Licht, das mir den Weg weist...
Und warte darauf von der Wahrheit berührt zu werden!
Dabei fühle ich wie die Dunkelheit mich langsam verschlingt...
Und es bleibt nichts zurück als eine leere Hülle!
Alles um mich herum ist leer...
Es umgeben mich so viele, aber im Grunde bin ich allein!
Ich will kein Teil ihrer engstirnigen Welt sein!
Die Menschen sind so einfach gestrickt...
Die immer wiederkehrende Verkettung von Ereignissen, die sie Leben nennen, macht sie alle stumpf!
Es wäre eine vergebene Mühe, auch eine Lüge, wenn ich mich Menschen um mich herum anvertrauen würde...
Sie verstehen mich sowieso nicht!
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