
Faith
Basix
Die Heilige Messe
Die aktuelle Serie der Printausgabe: Die Heilige Messe.
von Michael Cech
„Für mich ist die Messe das Größte.“ Die 18-jährige Lisa aus Niederösterreich hat für sich die heilige Messe als eine tiefe Erfahrung neu entdeckt. Sooft es geht, nicht nur am Sonntag, sucht sie die Kirche auf. Dreimal, viermal oder sogar noch öfter in der Woche. Dass sie damit im deutschsprachigen Raum eher zur Ausnahme gehört, stört sie nicht. Für Christina ist die Messe zur lieben Gewohnheit geworden. Dort kann sie eintauchen in eine andere, übernatürliche Atmosphäre. Dort kann sie ihren ganzen sonst so hektischen Alltag mit hineinnehmen und einen neuen Blick darauf bekommen. Einteilung gehört schon dazu, aber sie richtet es sich immer so ein, dass sie ihr „Date“ mit ihrem Gott nicht versäumt.
Was für den Durchschnittsmenschen vielleicht „immer dasselbe“ zu sein scheint, ist für Lisa und andere junge Katholiken ein immer neues, mystisches und sogar heiliges Ereignis. „Fad, eintönig, nicht zeitgemäß kommt die heilige Messe nur demjenigen vor, der zu sehr wie ein Zuschauer in der Kirche sitzt.“ Das meint dazu der junge Pater und Liturgiekenner Dr. Thomas Figl. Auch er ging, seit er 11 war, regelmäßig in die Messe und jetzt als Priester mit 36 Jahren feiert er sie täglich. „Ich kann nicht genau sagen, warum das so ist“, gesteht Pater Thomas, „aber nach all den vielen tausend Messen, die doch ähnlich ablaufen, ist es mir nicht langweilig oder eintönig.“ Sein Schluss: „In der Messe geht es um eine geheimnisvolle, doch zugleich höchst wirkliche Begegnung mit einer lebendigen Person, mit Gott selbst.“
Geheimnisvolle Zeichen
Seit Jesus Christus beim letzten Abendmahl mit den Worten „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ die Eucharistie, wie die Messe auch genannt wird, eingesetzt hat, wurde diese Feier zum Zentrum der Christen und im Besonderen der Katholiken. Aber zu Recht wird die Frage gestellt, wie die Feier der Messe so etwas Besonderes sein kann, wenn viele nur mehr aus Verpflichtung, aus Tradition oder anderen Gründen hingehen, ohne wirklich davon erfüllt zu sein. Junge Menschen wie Lisa sieht man nur selten. Liegt es nur an der Art der Gestaltung, am alten Pfarrer, an den vielen vorgegebenen Texten? Der Papst selbst hat nun in einem eigenen neuen Schreiben über die heilige Messe darauf geantwortet, unter dem Titel „Sacramentum Caritatis“, was soviel heißt, wie „Geheimnisvolles Zeichen der Liebe“. Auch für ihn ist die einzige Antwort die mystische Begegnung mit Gott. Die Messe ist nämlich „ein Mysterium, Geheimnis, des Glaubens“, wie er sagt.
Rituale sprechen an
Gott sieht man nicht. Er ist unsichtbar. Die Messe mit ihren Ritualen, Gebeten, Texten, Zeichen und Gesten, der „Liturgie“, soll aber auf geheimnisvolle Weise etwas von ihm sichtbar machen, eine Begegnung möglich machen. „Wir Menschen brauchen Riten oder Rituale. Zwar nicht, wenn wir allein sind, im stillen Kämmerlein, aber dann wenn wir in Gemeinschaft beten“, Pater Dr. Thomas Figl erklärt den Sinn, warum in der Eucharistiefeier vieles immer gleich ist. „Wir sprechen im normalen Leben meist dann von einer gelungenen Feier, wenn es einen gut überlegten Ablauf gibt. Erinnern wir uns zum Beispiel an die Geburtsfeiern unserer Kindheit: Es gab einen bestimmten, gewohnten Ablauf, und wir waren stets enttäuscht, wenn ein Element einmal vergessen wurde. Genauso Weihnachten. Für gemeinsame Feste brauchen wir bestimmte Abläufe, sonst ist es eben nicht Weihnachten.“ Durch Rituale wird ausgedrückt, was eigentlich unsichtbar ist. „Werden bei der Geburtstagsfeier Geschenke gebracht und ‚Happy Birthday’ gesungen, drückt das aus, dass man sich über das Geburtstagskind freut und es lieb hat. So ähnlich hilft die spezielle Liturgie der Messe, etwas Unsichtbares sichtbar zu machen.“

„Wir Menschen brauchen Riten oder Rituale, wenn wir in Gemeinschaft sind.“
Sich zu Hause fühlen
Wer schon einmal im Ausland war, der erfährt, wie man sich gleich zu Hause fühlt, wenn man dort in die Messe geht. Auch wenn die Menschen anders sind, die Sprache und Lieder anders klingen, man fühlt sich durch den gewohnten Ablauf sofort mit ihnen verbunden. Pater Thomas: „Man fühlt die Geborgenheit, die aus der kirchlichen Gemeinschaft hervorgeht.“ Trotzdem sei das nicht der einzige Grund für die genaue Liturgie in der Messe. Wie Papst Benedikt in seinem Schreiben erläutert, ist die Messe der Ort, wo in erster Linie Gott selbst handelt. Der Gläubige wird in geheimnisvoller Weise „in Jesus hineingezogen“.
Es geht um Verwandlung. Nicht nur Wein und Brot werden verwandelt, sondern auch der Mensch soll sich von Gott verwandeln lassen. Pater Thomas kommentiert noch: „Darum hat alles in der Messe einen tiefen Sinn, in dem die ganze Weisheit einer zweitausendjährigen Mystik und Erfahrung steckt.“ Und der Liturgiker fährt fort: „Die Texte und die Sprache der heiligen Messe sind bewusst sehr schlicht, dafür aber unheimlich dicht. Kein Wort ist zu viel und keines zu wenig. Weisheit drückt sich immer in Einfachheit aus und nicht in vielen erklärenden Worten. Das gibt uns die Chance, selbst über die Worte zu meditieren.“
Persönliches Ereignis
Als Jesus einmal gefragt wurde, wie man beten soll, meinte er, dass es nicht notwendig wäre, viele Worte zu machen, denn Gott „weiß, was jeder braucht“. Und daraufhin gibt er den Jüngern das formulierte Gebet des Vater Unser, das in jeder Messe einen wichtigen Platz hat. Formulierte Gebete haben also einen hohen Stellenwert. Sie können den Gläubigen immer tiefer in das Geheimnis Gottes, die mystische Begegnung mit ihm führen. „Das kann zwar manchmal Bemühen um Konzentration und sogar Anstrengung bedeuten, aber es ist es wert“, so Pater Dr. Thomas Figl.
Wer sich bemüht, sich auf die liturgischen Texte und Momente der heiligen Messe einzulassen, der kommt also zur immer tieferen Erfahrung, was Messe bedeuten kann. Es ist sozusagen ein Eintauchen in ein mystisches Geschehen, welches die Kraft hat, einen selbst innerlich zu verwandeln. Das hebt Papst Benedikt in seinem Schreiben deutlich hervor. Die Liturgie soll schön und ehrfürchtig gestaltet sein, eben so, dass das innere Mitfeiern möglich wird. Auf der anderen Seite müssen die Gläubigen bewusst und persönlich, also mit ganzem Herzen, bei der Messe dabei sein, sonst bleibt jede Liturgie nur ein äußerliches Ritual.
Das Herz Gott hinhalten
Für Lisa ist die heilige Messe wirklich Begegnung mit Gott. Auch wenn manchmal die Gedanken abschweifen, weil sie müde ist oder Sorgen hat, so ist sie dennoch da. „Gerade an solchen Tagen gibt mir die Messe wieder Kraft“, sagt sie nachsinnend. Eigentlich macht es ihr nichts aus, ob die Messe gerade sehr jugendlich oder festlich gestaltet ist: „Mich berührt eine nüchterne, stille Messe oft genauso, einfach dann, wenn ich mein Herz Gott hinhalte.“ Warum sie in die Messe geht? Lisa: „Weil Gott nirgendwo sonst so gegenwärtig ist.“
Pater Thomas ergänzt: „Bei jeder heiligen Messe wird Gott ganz gegenwärtig in dem Stück Brot, in der Hostie. Er liefert sich uns ganz aus, schenkt sich ganz. Und auch wir können uns und unsere Sorgen jedes Mal ihm ganz hingeben, indem wir für uns sagen: ‚Ok, lieber Gott, ich bin einverstanden, dass es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Du wirst es schon gut machen.’ Dadurch verändern sich tatsächlich Dinge zum Guten, was wir oft vorher für unmöglich gehalten haben.“

„In der Messe geht es um eine geheimnisvolle Begegnung mit einer lebendigen Person.“ Pater Dr. Thomas Figl, 36, ist Priester und Studentenseelsorger aus Wien. „Damit die heilige Messe für einen persönlich wirklich zur mystischen Begegnung mit Gott wird, tut es gut, die einzelnen Worte und Gesten der Liturgie immer mehr zu verstehen“, so Pater Thomas. Mit seiner Hilfe werden nun in jedem YOU!Magazin einige Geheimnisse zur Messe gelüftet.
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Das frage ich mich auch manchmal weil ich mitunter mit dem was da gepredigt wird gar nicht einverstanden bin. Allerdings würde es möglicherweise den Rahmen einer Heiligen Messe sprengen wenn man da eine Diskussion anfangen würde. Ich bin allerdings auch sehr froh dass es Bibelkreise gibt in denen wir einander als Christen, als Anhänger Jesu beschenken können. Die Predigt sehe ich als Fortführung der Tradition Jesu der seine Jünger ebenfalls belehrte. In der Kirche ist es ja nicht irgend jemand der da unverbindlich seine private Meinung vertritt – sondern es ist jemand der viel Zeit aufgewendet hat um Gott näher kennen zu lernen. Es ist auch nicht so, dass jemand da nach eigenem Gutdünken drauf los plaudern sollte sondern vielmehr so dass die Belehrung im Lehrauftrag der Kirche geschieht und somit im Gehorsam. Mir kommt da ein Wort Jesu in den Sinn: (Ich musste es nochmal nachschlagen) Joh 8:28 Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, daß Ich es bin. Ihr werdet erkennen, daß ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Also redet auch Jesus im Gehorsam gegen den Vater. Mit der Andeutung der Erhöhung zeigt er wie weit seine Bereitschaft zum Gehorsam geht. Später hat Jesus bewiesen dass er für seine Verkündigung bereit war zu sterben – weil es der Wille seines Vater war. Ich möchte dass in der Kirche nur solche Menschen predigen die wirklich Gottes Willen verkündigen, im Gehorsam gegenüber der Kirche und die bereit sind für das Reich Gottes das sie verkündigen mit ihrem Leben einzustehen.
Oh Mann das ist starker Tobak – ich hoffe Dich nicht überfahren zu haben damit (bin übrigens kein Geistlicher oder Gstudierter )
Servus vom Werner
