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24.07.2007

Maria - Mama im Himmel?

Geht das?

von Die Umfragen machten die YOU!-Freelancer: Claudia Wöhrle, Lukas Gawlik, Daniela Sziklai und Valerie Schwarzbauer

Jede normale Familie hat einen Papa und eine Mama. Jeder, der ohne Mutter aufwächst, weiß, dass etwas absolut Wichtiges fehlt. Es ist nicht so, wie es sein sollte. Der liebe Gott weiß das auch. Für ihn ist die ganze Welt eine Familie. Er möchte die Geborgenheit und die Beziehung mit uns Menschen leben, die wir in unserer tiefsten Traumvorstellung von einer Familie haben. Darum hat er sich ein Mädchen ausgesucht, welche die Mutter seines Sohnes und auch aller Menschen werden sollte: Maria.

„Maria ist meine Mama im Himmel“, so sagt es Bernadette aus Leibnitz. Sie hat die ganz besondere Hilfe Mariens erfahren, als sie von ihrer Magersucht losgekommen ist. Sie erzählt: „Ich war wie in einem Teufelskreis dieser Krankheit gefangen. Auch die ärztlichen Behandlungen waren nicht erfolgreich. Bei einer Wallfahrt zur „Schwarzen Madonna“ in Tschenstochau in Polen habe ich einfach gesagt: ‚Maria, ich kann nicht mehr, mir fehlt die Kraft, ich bin am Ende, jetzt kannst nur du mir helfen!’ Irgendwie habe ich in diesem Moment einen tiefen inneren Frieden gespürt und mir schossen die Tränen ins Gesicht.“ Heute ist sie zutiefst überzeugt, dass Maria und Jesus sie erhört haben: „Zu Hause angekommen wurde mein Zustand langsam immer besser und ich habe schließlich diese Krankheit bekämpft, bis heute ohne Rückfall.“


Vage Vorstellungen

Nicht jeder hat solche Erfahrungen gemacht wie Bernadette. Die meisten Menschen haben eher nur eine vage Vorstellung von der Mutter Gottes. Sie finden sie irgendwie wichtig ist, aber das ist oft alles. Die 15-jährige Katharina weiß noch, dass sie auch als „heilige Jungfrau“ bezeichnet wird. Fälschlicherweise meint sie das deswegen, weil sie schwanger wurde „ohne mit Josef, ihrem Mann, zu schlafen“. Aber eine besondere Rolle spielt sie in ihrem Leben nicht.

Natascha, 17, kann wiederum mit dem Begriff „Mutter“ nicht so viel anfangen. Für sie ist Maria dafür vielmehr eine Freundin: „Sie ist eine, deren Leben ich toll finde, von der ich mich verstanden fühle und die mir auf dem Weg hin zu Gott helfen kann, eben weil sie nicht vollkommen göttlich ist, sondern den gleichen Weg selbst einmal gehen musste.“

Freundin, Schwester, Mutter, ob man eine Beziehung zu ihr hat oder nicht, es bleibt eine Tatsache: Maria wurde von Gott zu einer besonderen Aufgabe auserwählt, nämlich, die Mutter seines Sohnes Jesus zu werden, und damit hat er ihr eine ganz besondere Stellung zugedacht, sodass sie heute auf der ganzen Welt verehrt wird.


Eine besondere Frau

Anscheinend wusste Gott auch von unseren Problemen mit der Männer-Frauen-Beziehung und der Gleichberechtigung. Immer gibt es diese Eifersucht zwischen Jungs und Mädels, zwischen Mann und Frau. Jeder hat den Hang, den anderen auszunutzen oder zu beherrschen. Im Letzten ist es das, was wir Sünde nennen: Eifersucht, Egoismus, Streit. Und die Sünde hat mit einer Frau und einem Mann begonnen: In der Geschichte von Adam und Eva steckt nämlich viel mehr Wahrheit verborgen, als man glaubt. Nun hatte Gott den Plan, die Sünde durch einen Mann und eine Frau wieder gut zu machen. Er wollte selbst Mensch werden, aber auch wir von unserer Seite sollten etwas dazu tun.

Und für diesen Part wählte er sich ein Mädchen, eine Jugendliche aus Nazaret mit Namen Maria. Gott als Gott ist weder ein Mann noch eine Frau, aber als Mensch war und ist er der Mann Jesus. Vielleicht hat er bei sich gedacht: „Wenn ich als Mann Mensch werde, dann werde ich eine Frau so sehr emporheben und mit mir zusammenwirken lassen, wie es nur geht...“ So durfte das Mädchen Maria – sie war ungefähr 15 Jahre alt – mit Gott selbst schwanger werden und ihn zur Welt bringen. Sie durfte Gott selbst – menschlich gesehen – als seine Mutter erziehen. Wir lesen sogar in der Bibel, dass Jesus Maria „gehorsam“ war.

Wahrscheinlich hat Jesus seiner Mutter sehr ähnlich geschaut, wie es eben bei Kindern oft so ist. Und er wird ihre menschlichen Charakterzüge angenommen haben. Vielleicht können wir uns so langsam vorstellen, wie sehr Jesus und Maria verbunden waren und sind. Sie ist seine wirkliche Mutter.


Mitspracherecht

Aber zu diesen Tatsachen kommt noch viel mehr. Denn an Maria sehen wir, wie sehr Gott mit uns Menschen zusammenarbeiten will, wie ernst er uns und unsere Entscheidungen nimmt. Das Christentum ist die Religion, in der Gott den Menschen so ernst nimmt, dass er ihn als Partner sieht und nicht als Untergebenen.

Ein Partner hat Mitspracherecht, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, eben genauso wie es auch in einer Familie zwischen Vater und Mutter sein soll. Und so macht sich Gott von uns Menschen abhängig. Die Welt wird nur dann besser, wenn wir sie besser machen bzw. Gottes Vorschlag dazu annehmen. Und genau das hat er auch bei Maria getan. Er hat ihr vorgeschlagen, dass sie Jesus aufnehmen soll, um ihn der Welt schenken. Und Maria konnte sich entscheiden.

Aber so leicht, wie wir glauben, war diese Entscheidung bei weitem nicht. Maria war ein junges Mädchen, zwar verlobt, aber damals wurde man einfach gesteinigt, wenn man untreu war und ein Kind von einem anderen bekam. Also schon allein deswegen war es ein gröberes Risiko. Und sie wusste, dass sich damit ihr ganzes Leben von heute auf morgen ändern würde. Ihre eigenen Pläne für die Zukunft müsste sie wahrscheinlich vergessen, auf alle ihre Wünsche verzichten, um ganz für Gott und die Menschen da zu sein. Wir wissen, wie oft wir in solchen Situationen Nein sagen.

Auf der anderen Seite würde eben die Welt nicht gerettet werden. Die Frage war ernst gemeint. Gott würde niemanden anderen fragen. Und das ist das Unglaubliche an dem, wie Gott wirkt. Und das ist es auch, warum Maria verehrt wird, denn sie hat mit ihrem Ja an unserer Erlösung wirklich mitgewirkt.


Himmlische Familie?

Gott wählte sich also ein Mädchen, eine Frau, die stellvertretend für alle Menschen bei der Rettung der Welt mithelfen sollte. Es gibt Heilige, die gemeint haben, Gott hat sich sozusagen in Maria „verliebt“. Darum wird Maria auch „Braut des Heiligen Geistes“ genannt. Und vielleicht mag es vorerst verwirrend sein, denn sie ist die Mutter von Gott Sohn, die Braut von Gott, dem Heiligen Geist, und schließlich die Tochter von Gott Vater. Dieses Rätsel wird uns immer zu hoch bleiben, aber übernatürlich gesehen, drückt es wunderschön aus, wie sehr Gott sich mit Maria verbunden hat.

Gott wollte, dass sie als menschliches Mädchen mit ihm zusammenwirkt. Kurz vor seinem Tod am Kreuz, im entscheidensten Augenblick der Erlösung, macht Jesus das noch einmal sehr deutlich, indem er uns Maria als Mutter gibt. Der Jünger Johannes und Maria haben ihn bis in diese schwere Stunde begleitet. Und hier sagt Jesus das berühmte Wort: „Frau, siehe dein Sohn“, und zu dem Jünger: „Siehe deine Mutter!“.

In der Bibel sind aber immer nur solche Dinge aufgeschrieben, die eine besondere Bedeutung auch für uns haben. So dürfen auch wir, wenn wir Jünger Jesu sein wollen, Maria als unsere Mutter sehen. Sie steht uns bei und hilft uns zu glauben, gerade wenn wir unter einem Kreuz stehen und nicht mehr sehen, wo alles hinführen soll.


Vorbild und Fürsprecherin

Maria bringt sozusagen den fraulichen Part in die Kirche ein. Man sagt, Frauen seien beziehungsfähiger. Und es mag ja schon stimmen, dass Frauen, wenn es um die Liebe geht, einfach mehr Ahnung haben. Und im Glauben geht es hauptsächlich um die Liebe und die Beziehung zu Gott. Darum kann Maria uns schon auf rein menschliche Weise sehr viel dabei helfen.

Bernadette aus Leibnitz hat diese Erfahrung gemacht: „Durch Maria wurde meine Beziehung zu Gott viel inniger und fester.“ Besonders das Gebet des Rosenkranzes, der für sie ein ganz persönliches Gebet geworden ist, hat dabei eine große Bedeutung. „Wenn ich an Maria denke, dann denke ich automatisch an Jesus, denn die beiden gehören automatisch zusammen“, ergänzt Bernadette. Wer Maria verehrt, der bewundert gleichzeitig, was Gott an ihr Großes getan hat, so wie sie selbst es gesagt hat: „Der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig!“ So heißt es im berühmten Gebet der Mutter Gottes, dem „Magnificat“.

Maria macht uns immer bewusst, dass Gott auch Großes an uns tut, dass er immer etwas Großes mit jedem einzelnen von uns vorhat. Gott ist nicht weit weg, sondern er ist immer bei uns, auch wenn es noch so dunkel um uns herum ist. Maria zeigt uns, dass es sich auszahlt, auf Gott zu vertrauen, auch in den schweren Stunden. Und sie bittet für uns: Sie, die Gott bereits so nahe ist, seine Mutter ist, wird stets ein gutes Wort für uns einlegen, - ganz einfach, weil Gott sie auch uns zur Mutter gegeben hat.


„Aus meiner Magersucht geholfen“


Bernadette, 24, aus Leibnitz:

Maria ist meine Mama. Sie hat mir in meiner schwierigen Zeit geholfen. Durch sie ist meine Beziehung zu Gott viel inniger und fester geworden.



„Eine große Rolle in meinem Leben“


Marietta, 17, aus Eppisburg:

Maria ist so mein Ding. Man könnte sagen, da haben sich zwei gefunden. Vielleicht einfach nur, weil sie eine einmalige Frau ist: vollkommen, wunderbar, eine gute Zuhörerin – simply the best!



„Sie hilft in meiner Arbeit“


Simon, 18, Illerberg:

Im Schreibtisch meiner Arbeitsstelle habe ich ein kleines Marienbild. - Wenn der Stress mich packt und ich am liebsten alles hinwerfen würde, mache ich die Schublade auf und schau nur kurz das Bild an und schon werde ich ruhiger...



„Maria ist wie eine Freundin“


Natascha, 17, Gundelfingen:

Sie ist eine, deren Leben ich toll finde, von der ich mich verstanden fühle und die mir auf dem Weg hin zu Gott helfen kann.



„Maria ist mein Vorbild“


Anna, 21, Salzburg:

Sie ist mir ein Vorbild vor allem in der Herzensreinheit. Beim Rosenkranz mache ich mit Muttergottes einen „Deal“: Ich sage ihr, ich bete in ihren Anliegen, dafür betet sie in meinen!



„Du bist ja nicht der Heilige Martin...!“


Alex, Polizist aus Wien

Alex fand seinen Weg zu Gott über die Mutter Gottes im Wallfahrtsort Medjugorje. Seine Kollegen bei der Polizei wunderten sich ziemlich über ihn und fragten sich, was mit ihm los war, als er wieder zu Hause war. Als er nämlich bei einer Autodurchsuchung einem dünn bekleideten Drogensüchtigen im Winter seien Mantel umlegte, meinten die Kollegen zu ihm: „Was glaubst du denn, wer du bist, der Heilige Martin? Vor einer Woche hättest du ihm noch eine reingehaut, und jetzt gibst du ihm deinen Mantel!“



„Wir beten in der Band den Rosenkranz“


Giovanni Krysl, Sänger der österreichischen Band Cardiac Move:

„Im Tourbus beten wir oft den Rosenkranz. Der Rosenkranz hilft, im Gebet eine gewisse Beständigkeit zu haben und sich besser auf Gott zu konzentrieren. Maria hat zu allem bedingungslos Ja gesagt. Da nehm ich mir sie als Vorbild, so wie sie genau diese Dinge anzunehmen, die schwierig sind.“

An seiner Hand trägt Giovanni stets die „Wunderbare Medaille“ der Mutter Gottes: „Sie erinnert mich daran, dass sie immer für mich da ist.“



13 Jahre in Haft für seinen Glauben

Kardinal Francois-Xavier Nguyen van Thuan über Maria

Als Bischof war Francois-Xavier Nguyen van Thuan 13 Jahre politischer Gefangener des kommunistischen Regimes in Vietnam, davon 9 Jahre in absoluter Isolationshaft. Die folgenden Textauszüge schrieb er während seiner Gefangenschaft, zum Teil auf kleine Kalenderzettel, die er nach draußen schmuggeln konnte und veröffentlicht wurden.

„Wenn du heilig werden willst, musst du sein wie die Kinder: Ein Kind kümmert sich wenig um theoretisches Wissen, es schaut nur auf seine Mutter und macht alles, was und wie die Mutter es macht. Schau auf die Mutter Maria und handle wie sie, dann wirst du heilig.

Maria hat voll und ganz für Jesus gelebt. All ihre Ehre ist in Jesus begründet. Hätte sie nicht Jesus zur Welt gebracht und nicht für ihn allein gelebt, wäre sie ohne Bedeutung gewesen. Auch dein Leben wäre nichtig, wenn du von Jesus getrennt bist.

Du kannst überall, dem Beispiel Mariens folgend, der Welt Jesus schenken. Entscheidend ist nicht der Ort, denn als Maria dieses Geschenk zum ersten Mal machte, nämlich an die Hirten, geschah es in einem Stall. Entscheidend ist, dass du in der Liebe und in der Vereinigung mit deinen Brüdern lebst, dann ist nämlich Jesus in dir. Wenn du ständig Jesus zu den Menschen bringst, dann ist jeder Tag deines Lebens Weihnacht.“

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Maria
06.03.2008
Ich mag die Mariendarstellung der Pieta / mater dolorosa ( eingedeutscht: der “Schmerzhaften Mutter” ), wo Maria den verstorbenen Jesus im Arm, bzw. auf ihrem Schoß hält. Ein Bild des Trostes, ein Bild der Solidarität Gottes mit dem Leiden der Menschen in Maria. Maria, nicht nur als die hübsche Jungfrau dargestellt, sondern als die Frau, die selbst auch großes, ja unfassbares Leid erlebte und die uns vielleicht genau deswegen so nahe ist, sich für uns einsetzt als eine der ersten in der triumphierenden Kirche./// Grundsatzinfo: Maria wird nicht angebetet, sondern nur Gott. Marienverehrung, d.h. Heiligenverehrung ist nicht heilsnotwendig, aber möglich. Es ist eine spirituelle Richtung, die keinesfalls alle Katholiken praktizieren täten, müssten, würden.

Die Schmu

 

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