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Maria
von Daniela Sziklai
Ein aztekischer Bauer in Mexiko, ein einfaches Mädchen in Südfrankreich, drei Schäferkinder in Portugal – sie und viele andere berichteten davon, die Jungfrau Maria getroffen zu haben. Einbildung, fromme Legende, Halluzination? Oder steckt doch mehr dahinter? Auf der Spur des Phänomens Marienerscheinungen.
Mexiko im Jahr 1531. Der zum Christentum bekehrte Indianer Juan Diego ist gerade auf dem Weg zur Kirche, als ihm plötzlich eine Frau in strahlenden Gewändern erscheint. Sie sagt, sie sei die Jungfrau Maria, die Mutter Gottes, und äußert den Wunsch, eine Kirche an jener Stelle errichten zu lassen. Juan Diego kommt der Bitte der Dame gerne nach und übermittelt sie dem Bischof. Doch dieser bleibt vorerst skeptisch.
Auch weitere Aufforderungen der Jungfrau, die vom Bauern überbracht werden, werden zunächst ungläubig abgetan. Schließlich kann jedoch Juan Diego den Beweis erbringen: Die Dame füllt seinen Umhang (Tilma) mit kastilischen Rosen, die er dem Bischof bringt – und das auch noch im Winter! Doch noch wundersamer ist, dass auf dem Umhang, in dem er die Rosen getragen hatte, ein Bild der Jungfrau Maria erscheint. Nun endlich schenkt der Bischof Juan Diego Glauben und erklärt sich bereit, eine Kirche auf dem Hügel der Marienerscheinung – Guadalupe genannt - zu errichten.
Bloß eine Legende?
Klingt vorerst wie eine fromme Legende. Denn wer weiß denn heute schon, was sich vor 500 Jahren am anderen Ende der Welt wirklich zugetragen hat? Doch ein wissenschaftlich ungelöstes Rätsel an der Geschichte bleibt: Die Tilma des Juan Diego mit dem Marienbild existiert immer noch und hängt heute in einer riesigen Kirche in Mexiko-Stadt. Dabei sollten Stoffe aus Kaktusfasern, wie der Umhang des Juan Diego, eigentlich bereits nach 20 Jahren verrotten. Die Tilma von Guadalupe aber ist in einem genau so guten Zustand wie damals, im Dezember 1531.
Wissenschaftler sind jedoch noch faszinierter von dem geheimnisvollen Bild, welches auf dem Stoff zu sehen ist. Das Marienbild ist zart und detailreich – trotzdem gibt es eigentlich keine Farbe auf der rauen Oberfläche des Umhangs, was Untersuchungen unter dem Mikroskop gezeigt haben. Es ist nicht gemalt – und ist dennoch zweifellos da, wie jeder bestätigen kann, der jemals den Schrein der Muttergottes von Guadalupe betreten hat.
Doch dieses Rätsel ist nicht die einzige wundersame Auswirkung der Erscheinung in Mexiko. Das Volk der Azteken, dem Juan Diego angehörte, war erst wenige Jahrzehnte zuvor von den Spaniern erobert worden und war diesen noch immer sehr feindlich gesinnt. Vielleicht herrschte ein ähnliches Verhältnis wie der Iraker zu den Amerikanern. Auch hier standen sich zwei Kulturen und Religionen gegenüber. Auf einmal aber verbreitete sich die Nachricht von der wunderbaren Erscheinung einer Frau, die sich als Mutter des christlichen Gottes bezeichnete, wie ein Lauffeuer. Denn das Bild auf der Tilma trug eine Bildersprache in sich, die die Azteken und ihre Kultur lesen konnten wie ein Buch: Maria trägt eine schwarze Schleife um dem Bauch - sie ist also schwanger. Auf dem Muster ihres Gewandes ist eine Blume zu sehen – Zeichen für die Göttlichkeit. Sie hält die Hände gefaltet – sie betet und ist also nicht selbst eine Göttin.
Aus all dem verstanden die Azteken: Das ist die Mutter eines Gottes, und zwar des christlichen Gottes. Gleichzeitig hatte sie die Gesichtszüge einer Aztekin. Sie zeigte sich als eine von ihnen. Das brachte den Umschwung: Innerhalb nur weniger Jahrzehnte wandten sich Millionen Indianer in Mexiko dem katholischen Glauben zu und schlossen Frieden mit den Spaniern. Mehr noch: Sie heirateten und vermischten sich untereinander soweit, dass aus zwei Völkern ein einziges Volk wurde. Aus den Feinden von früher waren Freunde und Verwandte geworden.
Unerklärliche Spuren
Marienerscheinungen hinterlassen oft zusätzlich zu den mysteriösen Erscheinungen unerklärliche Spuren. Ein unverrotteter Umhang, ein Bild und eine Botschaft, die weit reichende Auswirkungen hat. Die wissenschaftlichen Experten stehen nach wie vor vor ungelösten Rätseln.
Das gilt auch für jene berühmten Erscheinungen, die das junge Mädchen Bernadette Soubirous 1858 im südfranzösischen Dorf Lourdes hatte. Eine strahlend schöne Frau sei ihr erschienen, welche sich als „die Unbefleckte Empfängnis“ bezeichnet habe – einer der Namen der Muttergottes.
Bernadette erzählte, die schöne Frau habe ihr aufgetragen, in einer Grotte eine Quelle freizulegen. Und tatsächlich: Nachdem das Mädchen ein bisschen mit der Hand gegraben hatte, sprudelte klares Wasser aus dem Boden. Heute wird Lourdes jährlich von Millionen Kranken und Behinderten besucht, denn das Wasser der von Bernadette entdeckten Quelle fließt noch immer und hat heilende Wirkung.
Tausende Menschen berichteten seither von wundersamen Heilungen. Eine eigene Ärztekommission, zu der ebenso nicht-gläubige Ärzte zählen, prüft jeden Bericht nach sehr strengen Kriterien: Man will sicher gehen, dass es für eine plötzliche und vollständige Heilung keinerlei medizinische Erklärung gibt. Erst dann wird eine Heilung als Wunder anerkannt. So zählt man in Lourdes offiziell 67 Wunder unter den mehreren Tausend Wunderberichten. Dazu kommt noch ein weiteres mysteriöses Detail: Die Seherin Bernadette ist nach ihrem Tod bis heute unverwest und liegt aufgebart in einem Glassarg in Nevers.
Strenge Prüfung
Natürlich will die Kirche dem Vorwurf von Manipulation oder Betrug schon von vornherein entgegenwirken und lässt die Phänomene auch von Außenstehenden sehr genau prüfen. Bei den Marienerscheinungen selbst werden zusätzlich die Umstände, die Aussagen der Erscheinung, sowie die Wirkungen auf die Menschen unter die Lupe genommen. Dabei wird neben vielen anderen Dingen auch darauf geachtet, ob die angeblichen Botschaften Marias der Lehre der Kirche entsprechen, und auch Verhalten und Lebensweise der Seher werden in die Untersuchung einbezogen.
Meist ist die Kirche mit einer offiziellen Anerkennung einer Marienerscheinung mehr zurückhaltend, als es den vielen Gläubigen lieb ist. Dies ist etwa im Pilgerort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina der Fall, wo die Muttergottes seit 1981 mehreren Sehern täglich erscheinen soll. Das Dorf gehört mittlerweile zu den größten Wallfahrtsorten der Welt. Viele Menschen und vor allem auch Jugendliche berichten über dramatische Bekehrungserlebnisse zum Glauben. Gleichzeitig hat die Kirche die Erscheinungen bisher nicht offiziell anerkannt, wobei private Wallfahrten an diesen Ort durchaus positiv bewertet werden. Für die vielen, teilweise auch prominenten, Pilger ist Medjugorje auch ohne augenscheinliches Wunder einer der außergewöhnlichsten Orte für die heutige Zeit.
Botschaft von Umkehr und Frieden
In vielen Erscheinungen präsentiert sich Maria laut den Aussagen der Seher als Friedensbringerin, die die Christen zu Umkehr und Gebet aufruft. Buße, Fasten und Beten – besonders der Rosenkranz – sollen die Welt zur Umkehr bewegen und Frieden bringen. Besonders berühmt wurde dabei die kirchlich anerkannte Erscheinung von Fatima in Portugal, wo drei junge Hirtenkinder im Jahr 1917 berichteten, der Muttergottes begegnet zu sein.
Mitten im Ersten Weltkrieg rief die Jungfrau die Menschheit besonders zum Beten des Rosenkranzes auf, um den Frieden wiederzubringen und zu erhalten. Auch die Erscheinung von Fatima wurde von einem öffentlichen Ereignis begleitet, und zwar von dem sogenannten „Sonnenwunder“ am 13. Oktober 1917. Zehntausende Menschen – darunter auch viele Außenstehende, Ungläubige und Journalisten – erlebten, wie sich die Sonne plötzlich wie ein Feuerrad zu drehen begann und dann auf die Menge zu stürzen schien. Das Ereignis war zuvor von den Sehern angekündigt worden, was viele Gläubige, Interessierte, aber auch Skeptiker angelockt hatte.
Fatima wurde zudem bekannt für die drei „Geheimnisse“, die Maria den Hirtenkindern bekannt gab. Darin soll sie unter anderem das Attentat auf Papst Johannes Paul II. angekündigt haben, der eine tiefe Beziehung zu Maria gehabt hatte. Der verstorbene Papst war immer fest davon überzeugt, dass es die Jungfrau von Fatima war, die am 13. Mai 1981 die Kugel des Attentäters soweit abgelenkt hatte, dass er diesen Anschlag aus nächster Nähe überlebte.
Augenzeuge werden
Unerklärliche Phänomene, wundersame Heilungen, ungelöste Rätsel: Marienerscheinungen bewegen die Menschen mehr als Ufos oder Kornkreise. Denn, wenn es stimmt, gibt es hier im Gegensatz zu den anderen angeblichen Phänomenen eine Person, die sich auch zu erkennen gibt, mit den Menschen in Kommunikation tritt und eine Botschaft für das Gute geben möchte. Menschen erfahren konkret Hilfe, persönlich, aber manchmal auch objektiv für andere sichtbar. Wer einmal im Urlaub in der Nähe eines Marienerscheinungsortes ist oder einmal etwas Spezielles planen möchte, der kann sich durchaus einmal selbst berühren lassen und Augenzeuge manch unglaublicher Ereignisse werden.


Die Grotte in Lourdes

Die Heilige Bernadette, die bis zum heutigen Tag unversehrt ist.

Jährlich versammeln sich abertausende Gläubige, um der Muttergottes in Fatima Ehre zu erweisen.
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Im Web gibt es unzählige Adressen zu Marienerscheinungen, die muß man lesen, englisches Suchwort: Apparition, marian apparition Es gibt auch viel in YouTube, CatholicTube
Im SAT und IP habe ich gefunden, dass die Astra bzw. Hotbird Kanäle wie Padre Pio viel bringen (italienisch), KTO bringt oft Live Aufzeichnungen aus Lourdes (französisch), Medjugorje scheint keinen eigenen TV Sender zu haben, dafür Radio Mir (tägliche Messen aus M.) Medjugorje Sendungen habe ich auch auf Bibel TV und K TV gesehen. Einen Live Sister Act vom Katholikentag in Osnabrück hat gestern 20.15h sogar ARD vor dem Eurovisions Songkontest 2008 ausgestrahlt. Vielleicht hat den jemand aufgenommen ?
Aber wer es glauben will…
Bei Pater Pio hat man schon nach moderneren Mitteln gegriffen. Hier hat man eine Silikonmaske angefertigt (von den Londoner GEMS-Studios).
Aber für den Vatikan zahlt sich der ganze Aufwand aus, denn “abertausende Gläubige” wollen diese ja auch sehen.
