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24.07.2007

"Ich wurde adoptiert"

Lina berichtet

von Valerie Schwarzbauer

Als Lina zwei Monate alt war, wurde sie in ein Kinderheim gesteckt. Die schwierigen Lebensumstände hatten ihre Mutter dazu gezwungen, sich für diesen traurigen Schritt zu entscheiden. Über sechs Jahre erlebte die gebürtige Rumänin den Alltag eines Kinderheims. Doch dann sollte sich ihr Leben schlagartig ändern: Sie wurde adoptiert. Heute ist Lina 22, eifrige Behindertenpädagogin in Linz und setzt sich für das Leben ein. In einem Gespräch mit YOU!Magazin hat sie über ihre Erfahrungen berichtet.


Als du adoptiert wurdest, warst du noch sehr jung. Kannst du dich überhaupt noch daran erinnern?

Ja, es war ein Karfreitag, an dem mich meine Adoptiveltern aus dem Kinderheim holten. Ich hatte mich sehr gefreut und lange auf diesen Moment gewartet. Die Autofahrt von Rumänien nach Österreich war dann wahnsinnig anstrengend, 16 Stunden Reise – und ich bin zuvor noch nie in einem Auto gesessen!


Wie hast du dich damals gefühlt?

Ich weiß das noch sehr gut, weil alles ein bisschen kompliziert war. Da meine leibliche Mutter ihr Einverständnis geben musste und sie erst einmal nicht gefunden werden konnte, mussten meine neuen Eltern wieder zurückfahren, ohne mich mitnehmen zu können. Und da hatte ich riesige Angst, dass sie nicht mehr zurückkommen würden. Das Leben im Kinderheim war wirklich trist. Gott sei Dank klappte es dann doch und konnte bald darauf ein neues, besseres Leben beginnen. Dass ich heute in Österreich bin, betrachte ich wirklich als ein großes Geschenk Gottes.



Welches Verhältnis hast du zu deinen Adoptiveltern?

Das ist sehr gut. Ich bin ihnen natürlich für ihre Liebe und ihre Unterstützung sehr dankbar. Sie haben viel für mich getan. Ich habe eine gute Ausbildung erhalten und sie ermöglichten mir auch, viel zu reisen, was ich unheimlich gern mache.


Hast du deine leiblichen Eltern jemals kennengelernt?

Meine Mutter habe ich mit 18 Jahren getroffen. Das war eine sehr interessante, aber auch schöne Begegnung. Obwohl ich nur wenig Rumänisch und sie kein Deutsch verstand, konnten wir uns doch ein bisschen unterhalten. Ihre Augen sind mir aufgefallen - ich habe noch nie so schöne, fantastische Augen gesehen. Augen, die eigentlich sehr viel Güte ausstrahlten.

Ich sagte meiner Mutter, dass ich ihr sehr dankbar dafür bin, dass sie mich trotz ihrer schwierigen, armen Situation nicht abtreiben ließ. Zu meinem Erstaunen sagte sie mir sehr klar, dass eine Abtreibung für sie niemals in Frage gekommen wäre. Das macht mich sehr stolz, denn in Rumänien ist die Abtreibungsrate sehr hoch.



Wie ging es weiter?

Seit diesem Treffen hatte ich keinen Kontakt mehr zu meiner leiblichen Mutter. Ich bin froh, dass ich sie kennengelernt habe, aber meine Familie ist nun hier in Österreich. Was ich mache, ist, dass ich öfter für sie und auch für meinen leiblichen Vater bete, den ich aber ihn nie gesehen habe.


Du bist ein gläubiger Mensch?

Der Glaube an Gott hat mir sehr geholfen, diese schwierige Zeit aufzuarbeiten. Meinen Eltern war der Glaube immer wichtig und so haben sie mich da hineingeführt. Als ich dann älter wurde, habe ich begonnen, mich intensiver mit dem Glauben auseinanderzusetzen.


War das Einleben in deine neue Familie schwierig?

Das ist sehr schnell gegangen, denn ich wurde total liebevoll aufgenommen. Innerhalb eines Jahres lernte ich Deutsch und binnen kürzester Zeit durfte ich vieles nachholen, was ich vorher im Kinderheim versäumt hatte. Dort war ich nur eine Nummer.


Was denkst du allgemein über das Thema Adoption?

Adoption ist meiner Meinung nach in erster Linie eine wirkliche Alternative zur Abtreibung. Denn das Kind darf leben und es wird geliebt. Dazu kommt, dass es eigentlich viele Paare gibt, die keine Kinder bekommen können und sich ein Kind wünschen. Ich selbst setze mich bei der Organisation „Jugend für das Leben“ dafür ein, darauf auch vermehrt hinzuweisen, dass eben Abtreibung nicht die Lösung sein muss.



Willst du auch einmal Kinder haben?

Ja, auf jeden Fall. Eine große Familie. Ich würde auch gerne Kinder adoptieren. Wenn ich zum Beispiel dadurch ein Kind vor der Abtreibung bewahren könnte, würde ich es sofort aufnehmen.

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Adoption
06.03.2008
da sind viele verschiedene Dinge zu bedenken und abzuwägen.

Das”Zeugnis” von Lina ist “so relativ glatt” keinesfalls der “Normalfall”, werder für das Adoptivkind, noch für die Adoptiveltern, sowie die leiblichen Eltern.

Aus christlicher und sozialpädagogischer Sicht kann es auch Kinder geben, die besser in einer familienersetzenden Einrichtung (z.B. Kinderdorf) groß werden, ganz besonders dann, wenn das Kind frühkindliche Erlebnisse hatte, mit denen Adoptiveletrn fachlich früher oder später an ihre Grenzen stoßen.

Die Bewahrung vor der Abtreibung und die Adoption eines Kindes sind erst einmal zwei völlig verschiedene Dinge.

Für die Kinder, die zur Adoption frei gegeben worden sind, fehlen oft die passenden Adoptiveltern mit der entsprechenden fachlichen Kompetenz…..gerade bei Adoptivkindern reicht Liebe und Rettungswille allein nicht aus. Schmu

 

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