Lieber Mönch!
Im Katechismus steht irgendwo „Der Zweck heiligt nicht die Mittel“. Denkt man sich das konsequent durch, wird es schwer (und vor allem teuer), als Christ zu leben. Sicher ist ein Banküberfall mit dem Zweck, das Geld den Armen zu geben, nicht ok, aber was ist mit Runterladen von Musik, Kopieren von Computerprogrammen…?? Was soll man da machen, wenn man entschlossen als Christ leben will, aber auch nicht pleitegehen will. Wo ist die Grenze, gibt es eine? Ich finde das etwas schwierig…
- Nathalie
Liebe Nathalie
Also, ich freue mich für dich, dass du auf etwas gestoßen bist, was den meisten getauften Christen gar nicht mehr bewusst ist: dass Christsein eine totale Herausforderung darstellt. Du bist mit der Nase auf die „Radikalität“gestoßen, die Jesus fordert. Denn nirgendwo im Evangelium sagt Jesus, dass es schon genügt „ein bisschen brav“ zu sein oder „so zu sein wie die anderen“. Er fordert vielmehr das totale Vertrauen auf Gott und die totale Liebe zu den Menschen. Und das ist eine ziemliche Herausforderung, auch was das Finanzielle betrifft. Also wenn man hier wirklich versucht, ehrlich zu sein, nicht zu stehlen und zu gieren, dann kommt man sich vielleicht zuerst ein bisschen blöd vor, weil die anderen das ja auch machen und damit gut leben. Man wird vielleicht nicht mega-reich, was das Materielle betrifft, auf der anderen Seite sagt Jesus, dass wir uns Schätze sammeln sollen, die nicht von Motte und Rost aufgefressen werden. Meine Erfahrung ist, dass der Liebe Gott wirklich sorgt. Tipp: Lies Matthäusevangelium 6,19-34. Auf das, was dort steht, kann man sein Leben bauen.



1 Comment
Erst seit ich selber in der Musikbranche tätig bin und weiß, wieviel Arbeit und Zeit die Produktion eines Albums benötigt und gespannt darauf warte, ob und wieviele Leute es kaufen und wie lange es dauert bis man allein die Arbeitszeit finanziell wieder drin hat, habe ich aufgehört Musik kostenlos runterzuladen.
Da machen sich Musiker, Techniker und Produzenten viel Arbeit und Mühe um dann durch die Finger schauen zu müssen, weil nichts oder wenig zurückkommt.
Und wenn man sich denkt “Es macht doch eh keinen Unterschied, wenn ich das jetzt nicht runterlade” – wenn das jeder denkt, wird es auch nicht aufhören. Im Prinzip ist es ja Diebstahl, auch wenn die Gesetze nicht ganz durchsichtig sind.
Und sind wir uns ehrlich: Eine CD mit Booklet in der Hand zu haben ist schon viel cooler, als irgendwo am Computer irgendwelche Audiodateien ohne Namen, ohne Qualität und vielleicht noch mit Fehlern.
Ich will also ermutigen CDs zu kaufen bzw. in Onlinestores wie iTunes oder amazon Alben zu erwerben (vorhören!), dann kauft man nämlich auch nur Musik die man wirklich mag von Künstlern, die man unterstützen will.