I Can Only Imagine

Angst treibt uns Menschen oft in die Flucht. Wir rennen und rennen damit wir nur möglichst weit wegkommen. Aber was passiert, wenn wir anfangen, uns unseren Ängsten zu stellen, ihnen ins Gesicht zu blicken und endlich zu sagen: Ich lasse mich von euch nicht mehr beherrschen?

Mit: J. Michael Finley, Dennis Quaid, Madeline Carroll
Laufzeit: 110 Minuten
Filmstart: 27. September 2018

Die berührende Lebensgeschichte von Bart Millard, Sänger der US-amerikanischen Band „MercyMe“ kommt nun auch bei uns in die Kinos. Der Film rund um seinen Erfolgssong „I can only imagine“ ist nicht nur einfach ein Biopic oder wieder so ein „Christen-Film“, er ist auch eine tolle Ermutigung. Wobei, so ein wenig bekommt man beim Schauen schon auch ab und zu den Eindruck, dass man da so einen richtigen „Christen-Film“ vor sich hat. Was der Message aber überhaupt nicht schadet!

 

Eine Kindheit zum Davonlaufen

Bart Millard (J. Michael Finley) wächst in den 1980er Jahren auf einer Farm in Texas auf. Bei einem gewalttätigen Vater und schon sehr bald ohne Mutter. Die hält es nämlich zu Hause nicht mehr aus und verlässt Mann und Kind. Von nun an noch mehr auf sich allein gestellt, versucht Bart immer, es seinem Vater Arthur (Dennis Quaid) recht zu machen. Besonders wenn es um dessen einzige große Leidenschaft im Leben geht: Football. Also bemüht sich Bart, genauso gut wie sein Vater zu werden. Doch nach einer schweren Verletzung lautet die niederschmetternde Diagnose für ihn, dass er in Zukunft nicht mehr Football spielen kann. Aus der Not heraus landet Bart deswegen im Schulchor, zuerst als technischer Assistent. Doch seine Lehrerin entdeckt, dass in ihm noch weit mehr Talent steckt, als er selbst zugibt. Und so bekommt er die Hauptrolle im Schulmusical. Seine Stimme begeistert so, dass ihn der Pastor bittet, am Sonntag in der Kirche zu singen. Allerdings schämt er sich zu sehr, um seinen Vater auch nur irgendetwas davon zu erzählen.

 

Glaube als Halt?

Während seiner ganzen Jugend findet Bart zumindest ein wenig Halt in seiner Kirchengemeinde. Dank einem Jugendcamp, in das ihn seine Mutter schickte und seiner Freunde, die er dort kennenlernt, hat er zumindest kurzzeitig eine Ausflucht aus seinem Alltag zu Hause. Besonders seine Freundin Shannon unterstützt ihn in seinen Träumen. Denn eigentlich ist Bart das komplette Gegenteil von dem harten Kerl, den er versucht darzustellen. Er ist sensibel, kreativ, liebt Musik und alles was damit zusammenhängt. Seinen Walkman hat er immer dabei. Doch für Arthur ist sein Sohn deshalb ein Schwächling. Er sagt ihm ständig, dass er aufhören solle, zu träumen, denn Träume bezahlen keine Rechnungen und halten Bart nur von der Realität fern. Doch noch größer als die bloße Scham ist Barts Angst vor seinem Vater. Deshalb haut er auch sofort nach seinem High-School-Abschluss von zuhause ab. Gemeinsam mit seiner Band „MercyMe“ tourt er durchs Land und hofft auf einen Plattenvertrag.

 

Stell dich deinen Ängsten

Doch all die harte Arbeit mit der Band zahlt sich letztendlich nicht aus. Erst als ihn ihr Manager Scott Brickell mit der Frage konfrontiert, wovor er denn weglaufe, spricht Bart wirklich über seine Vergangenheit. Denn dieses Davonlaufen hindere Bart nur daran, der Künstler zu werden, der eigentlich in ihm steckt. Davon ist Scott überzeugt. Und schließlich sieht Bart das auch selbst ein. Deshalb macht er sich auf den Weg nach Hause zu seinem Vater. Doch schon am nächsten Morgen hält er das alles für eine Schnapsidee und will eigentlich gleich wieder verschwinden, als Arthur für ihn Frühstück richtet. „Ich will einmal was richtig machen“, gesteht er seinem Sohn, als dieser ihm zur Rede stellt und ihm endlich einmal seine Meinung sagt. Denn scheinbar hat Arthur sich in der Zeit, in der Bart weg war bekehrt und Gott zugewandt. Nur schafft Bart nicht ihm zu verzeihen. Bis er herausfindet, dass sein Vater Krebs im Endstadium hat und nicht mehr lange leben wird. Das ändert auf einmal alles.

 

Vergeben und vergessen?!

Endlich kann sich Bart mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Und sich seinen Ängsten und dem Schmerz, die ihn sein Leben lang begleitet haben, stellen. „Dad war ein Monster, aber ich habe gesehen, wie der Glaube ihn verwandelt hat.“ Daraus entsteht der Song „I can only imagine“. Allein das offizielle Musikvideo hat auf YouTube bis heute über 6,5 Mio. Aufrufe. Mit diesem Hit, der in den USA auch die Mainstream-Charts eroberte begann der Erfolgsweg von MercyMe. Doch dahinter steckt noch viel mehr, zumindest für Bart. Er ist die Geschichte seines Lebens. Davon erzählt auch der Film. Und auch davon, wie aus dem größten Schmerz etwas Wunderbares entstehen kann und was Verzeihung in unseren Leben bewirken kann. Denn all die Schmerzen, die jeder einzelne von uns irgendwann im Leben mal erleiden wird, bestehen sicher sehr oft auch deshalb, weil wir nicht verzeihen. Vielleicht, weil wir es nicht können, vielleicht, weil wir es nicht wollen. Aber denk einmal darüber nach, gibt es nicht auch in deinem Leben jemanden, dem du verzeihen musst, damit du mit deiner Vergangenheit abschließen und in Zukunft richtig glücklich werden kannst? Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als könnte man dem anderen unmöglich verzeihen. Falls dir aber jetzt konkret keine Person eingefallen ist, vielleicht gibt es auch etwas, das du dir selbst verzeihen musst. Das ist vielleicht die schwerste Aufgabe von allen: sich mit dir selbst zu versöhnen.


Text: Ines Breiner / Fotos: KSM GmbH im Vertrieb von 24 Bilder

YOU! Film-Bewertung:
(1 = Ziemlich cool, 5 = Ziemlich daneben)

Filmaussage……………………..1
Filmstory……………………………1
Filmumsetzung………………….3
Umgang mit Gewalt………….2
Umgang mit Sprache………….1
Umgang mit Sexualität………1

Insgesamt……………………1-2

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