Dario Pizzano, ein junger Musik- und Eventmanager in der Nähe von Göttingen, ließ nichts aus: Keine Party, keine Droge, kein erotisches Abenteuer, bis zu dem verrückten Tag, an dem er Gott begegnete. Unglaublicher Mann, unglaubliche Geschichte. Im Buch “eXzess – Meine zwei Leben” erzählt er von seiner Begegnung mit Gott, seinem Leben davor und wie er seinen Alltag jetzt lebt.
Im Interview mit YOU! Magazin erzählt er noch ein paar spannende Details seines Lebens…
YOU!: Wie haben die Menschen, mit denen Sie im Leben etwas zu tun gehabt haben, auf das Buch reagiert?
Pizzano: Grundsätzlich war es für alle erst einmal ein Schock. Denn auf einmal waren sie mit einer Wahrheit konfrontiert, die so gar nichts damit zu tun hatte, wie sie mich sonst so erlebt haben. Während sie mich immer nur als den strahlenden Sunnyboy erlebt haben, erfuhren sie nun, dass hinter der Fassade des strahlenden Lebemanns eigentlich ganz schlimme Ängste, Verzweiflung und solche Dinge waren. Meine Geschichte ist zugleich auch eine Anfrage an ihr eigenes Leben gewesen. Die meisten haben aber sehr positiv darauf reagiert, viele haben sogar auch ihrem Leben eine neue Richtung gegeben. Einige sind sogar Christen geworden, was natürlich das größte Geschenk überhaupt ist. Und meine Familie ist zum Großteil sehr gut damit zurecht gekommen. Wir haben heute ein unheimlich tolles Verhältnis.
YOU!: Warum glauben Sie, hat sich Gott gerade den Moment im Auto ausgesucht, um Sie mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen? Warum nicht schon früher?
Pizzano: Ich glaube, dass Gott bei allen Menschen immer wieder anklopft, auf ganz bestimmte Art und Weise, aber er kommt halt bei den Menschen oft nicht an. Er kann nur ankommen bei denen, die auch auf ihn warten. Es gibt ja diese wunderbare Stelle im Evangelium, wo Jesus sagt: „Siehe, ich stehe vor deiner Herzenstür, aber du musst mich einlassen“. Wir müssen diese Tür aufmachen, Jesus kann es nicht, weil er unsere Freiheit respektiert. Aber ich war so ein Pflegefall, dass ich einfach so eine Keule brauchte und diese Keule kam dann, als ich das erste Mal in meinem Leben, meinen Stolz und meine keine Ahnung was alles, aufgegeben und eine Bankkrotterklärung abgegeben habe: „Ich kann nicht mehr“. In der Gesellschaft wird es eher als gering geachtet, wenn man schwach ist und Hilfe annimmt, aber es ist genau umgekehrt, es ist ein Zeichen von Größe, wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen. Und das war der Moment, in dem Jesus gesagt hat: „Jetzt wo du nicht mehr kannst, da zeige ich dir mal, wer eigentlich der Chef des Ganzen ist.“
YOU!: Viele Menschen sind auf der Suche nach Gott. Aber nicht alle erleben Gott auf einmal so radikal. Diese Menschen fragen sich vielleicht auch, warum ihnen das nicht so passiert, wie Sie es im Buch beschreiben. Was würden Sie diesen Menschen auf den Weg geben?
Pizzano: Es ist wirklich so, dass ich nichts hatte. Keinen Glauben, einfach nichts. Ich denke, dass das bei vielen anders ist. Sie sind sozusagen mit dem Zaubertrank aufgewachsen, sie haben bereits den Glauben, sie hatten immer so eine Art Grundvertrauen und Liebe von den Eltern bekommen und der liebe Gott war immer irgendwo da, nicht immer als solcher so klar, so lokalisierbar, aber doch immer da. Und wenn sie ihr Leben im Licht des Glaubens betrachten, werden sie das auch sehen.
Wichtig ist, dass sich solche Menschen auf den Weg machen zu den Menschen, die davon berichten, Erfahrungen gemacht zu haben. Der Glaube lebt vom Zeugnis: Die Gemeinschaft der Gläubigen und der Kirche. Wenn wir mehr wieder lernen über Gott zu sprechen, über unsere Erfahrung, die wir im Leben gemacht haben, dann werden wir erkennen, wie groß Gott eigentlich ist. Wie sehr er die Menschen schon auf unterschiedlichster Weise berührt und ihnen geholfen hat. Oder mal in der Bibel lesen, um nicht das zu erfahren, was andere über Gott sagen, sondern was Gott selber sagt. Wo kann ich das erfahren?- Indem ich zu Christus gehe.
YOU!: Wien kann man die Gottesbeziehung im Alltag aufrecht erhalten?
Pizanno: Für mich ist es wichtig, dass ich mir im Alltag Raum nehme für Gott und in der Stille das Gespräch mit ihm suche, über Gebete und das Lesen in der Bibel. Wichtig ist auch das Gespräch mit anderen Gläubigen. Wenn du glauben willst, dann bist du auch immer auf den Glauben der anderen angewiesen, die dir gleichzeitig helfen neuen Mut und neue Kraft zu schöpfen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass gute Bücher, die den richtigen Geist haben, unheimlich hilfreich sein können. Der ganze Alltag ist letztendlich Liturgie, Gottesdienst an uns, wir stehen jeden Tag im Wissen auf, dass Gott da ist und wir vor seinen Augen wandeln und uns von ihm verwandeln lassen. Er ist nicht nur da, wenn ich mal in die Kirche gehe oder bete. Er ist immer da, ich kann ihm alles hinhalten, allen Schmerz, alle Freude- alles teilen, wie mit einem guten Freund. Dann macht man auch die Erfahrung, dass zwar nicht alles einfacher wird, aber alles schöner. weil man immer in Begleitung eines Liebenden ist, wie in einer Beziehung. Wenn ich mir z.B. eine Blume angucke, dann ist es immer schöner, wenn ich das mit jemanden tue, den ich liebe.


4 Comments
Frossard, Claudel … Mich fesseln alle diese Erfahrungen. Am 30. September 1972 nahm ich auf dem Weg nach Lausanne eine Autostopperin mit, die sich als eine “Botin Gottes” entpuppte. Ein Wendepunkt auch in meinem Leben.
Ich bin sehr froh, das Dario sich noch rechtzeitig vom Herrn “erwischen” hat lassen!
ich habe das Buch gelesen und sein Zeugnis ist sehr erschreckend, aber doch auch aufbauend!
Wahnsinn, ich finde das toll.
Auch das Bibelzitat „Siehe, ich stehe vor deiner Herzenstür, aber du musst mich einlassen” ist super, nehm ich mir gleich wieder “zu Herzen”.
Gutes Interview!´
Auch das Zeugnis von Melitta ist großartig!
Ja, meine erfahrung mit Christus ist auch sehr intensiv!
Ich war Ausgetreten und Er hat mich zurüch geführt und mir Haimat geschenkt in seiner persönlichen liebes Ggmeinschaft.